Wie können Service-Dienstleistungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden?

Wie kann die Renovierung im Badezimmer steuerliche Vorteile bringen? Lassen sich Kosten für den Gärtner absetzen? In der jährlichen Steuererklärung gibt es die Möglichkeit, bestimmte haushaltsnahe Dienstleistungen abzusetzen. Welche Leistungen das sind und was es dabei zu beachten gilt, ist Thema dieses Beitrags.

Für fast alle Steuerpflichtige mit einem eigenen Haushalt lohnt es sich, bestimmte Dienstleistungen in Haus oder Wohnung steuerlich geltend zu machen. Die bestehenden Steuervorteile gelten nicht nur für Eigentümer, auch Mieter können haushaltsnahe Dienstleistung angeben und Steuern sparen. Ein vorteilhafter Umstand, denn es kommt in jedem Haushalt früher oder später zu Reparatur- oder Renovierungsarbeiten, um die Wohn- oder Bausubstanz zu erhalten.

Es kann sich unterm Strich richtig lohnen, auf den erforderlichen Steuerformularen bestimmte Handwerker-Rechnungen einzutragen. Eine ganze Reihe von Dienstleistungen sind bei einer Einkommensteuererklärung anrechenbar, andere fallen jedoch grundsätzlich heraus. Zu den nicht anrechenbaren Leistungen gehören:

  • personenbezogene Dienstleistungen (Friseur oder Kosmetik)
  • Essensversorgung auf Rädern
  • Entsorgungsaufwendungen oder Müllabfuhr als Hauptleistung
  • Nachhilfe- oder Musikunterricht

Häufiger als landläufig vermutet, nutzen Steuerpflichtige diskrete Dienstleistungen wie die eines Privatdetektivs. Besteht beispielsweise der Verdacht auf eheliche Untreue, Betrug oder Diebstahl im Freundeskreis, dann kommt der Detektiv zum Einsatz. Doch Vorsicht: Die Leistungen einer Detektei können zwar von einem Unternehmen als Betriebsausgaben gewinn- und steuermindernd angesetzt werden. Privatpersonen jedoch haben hier keine Möglichkeit, Steuervorteile für sich zu beanspruchen.

Wie hoch ist der maximale Steuerabzug?

Absetzbar sind eine ganze Reihe Dienstleistungen im Haushalt, jedoch sind dabei immer nur die Arbeitskosten anrechenbar und nie das verwendete Material. Eine weitere Voraussetzung für die Absetzbarkeit ist, dass die Rechnung auf ein Konto überwiesen wurde. Barzahlungen sind grundsätzlich nicht absetzbar.

Pro Haushalt gibt es je nach Art der begünstigten Tätigkeit unterschiedliche Höchstbeiträge für den Steuerabzug und somit eine höchstmögliche jährliche Steuerersparnis. Der Steuerabzug liegt zurzeit bei 20 Prozent.

Folgende Orientierungswerte sind aktuell:

• Handwerkerleistungen: Höchstbetrag 6.000 Euro, davon ansetzbar 20 % = 1.200 Euro • Haushaltshilfe/Mini-Job: Höchstbetrag 2.550 Euro, davon ansetzbar 20 % = 510 Euro • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Höchstbetrag 20.000 Euro, davon ansetzbar 20 % = 4.000 Euro

Die ansetzbaren Beträge mindern letztlich das zu versteuernde Einkommen. Die Steuerersparnis ergibt sich aus der verminderten Berechnungsgrundlage.

Auf eine korrekte Rechnung achten

Für alle absetzbaren Rechnungen gilt: Nur schriftliche Rechnungen mit allen erforderlichen Rechnungsangaben, eine Begleichung des Betrages per Überweisung und eine klare Ausweisung von Materialkosten und Dienstleistungen sollten ausformuliert sein. Die eindeutige Entschlüsselung der aufgeführten Kosten ist unbedingt einzuhalten, denn nur die Dienstleistungen sind beim Finanzamt abzugsfähig, nicht aber der Stundenlohn. Falls die vorliegende Rechnung diese Aufschlüsselung nicht enthält, ist es in der Regel kein Problem, eine klar definierte Rechnung beim Dienstleister zu erfragen.

Welche Handwerksleistungen kann ich absetzen?

Ein Urteil des Bundesfinanzhofs hat 2013 die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerksleistungen neu zugunsten vieler Eigentümer und Mieter geregelt. Dabei muss der Haushalt noch nicht einmal zwingend in Deutschland liegen. Um handwerkliche Arbeiten im Rahmen von Instandhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen geltend machen zu können, müssen die Haushalte innerhalb der Europäischen Union, Island, Norwegen oder Norwegen gemeldet sein. Eine ganze Palette von Handwerkerleistungen ist abgedeckt, die für Hausbesitzer und für Mieter von Belang sind:

  • Abflussrohrreinigungen
  • Arbeiten an der Fassade oder an Dächern und Garagen
  • Modernisierung von Badezimmern
  • Modernisierung der Einbauküche
  • Reparatur/Austausch von Türen und Fenstern
  • Reparatur/Austausch verschiedener Bodenbeläge
  • Schornsteinfegerarbeiten
  • Aufzugswartung
  • Reparatur/Wartung von Haushaltsgeräten, die in einer Hausratsversicherung versicherbar sind (Geschirrspüler, Waschmaschine, Fernsehgerät oder PC)
  • Lackierung von Fenstern, Türen, Heizkörpern oder Rohren

Absetzbare haushaltsnahe Dienstleistungen

Das Finanzamt erkennt haushaltsnahe Arbeiten an, wenn sie in der eigenen Wohnung, dem Haus oder auf dem eigenen Grundstück getätigt werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung einer Dienstleistung ist, dass niemand im Haushalt die Arbeit selbst sachgemäß erledigen kann. Die Zubereitung von Essen in der eigenen Küche kann dann noch dazu gehören, ein Catering-Service nicht mehr.

Die Liste der steuerlich absetzbaren und haushaltsnahen Dienstleistungen ist lang, unter anderem zählen dazu:

  • Winterdienste und Fußwegreinigung
  • Laubblasen und andere Gartentätigkeiten
  • Wohnungsreinigungen
  • Hausmeistertätigkeiten
  • Pflegedienstleistungen
  • Kinderbetreuung im Haushalt
  • Betreuung und Versorgung von Haustieren

Im Rahmen dieser Bedingungen können auch die Kosten für Minijobber, die als Haushaltshilfe engagiert wurden, bei der Steuer wieder reingeholt werden. Die Anrechenbarkeit für geringfügig Beschäftigte im Haushalt liegt bei maximal 510 Euro im Jahr.

Auch Au-Pair-Dienste sind anrechenbar, insofern sie per Überweisung beglichen wurden. Die oft frei zur Verfügung gestellten Unterkünfte und Verpflegungen gehören allerdings nicht dazu.

Rechte des Mieters

Was viele nicht wissen: Auch als Mieter oder Mitglied einer Wohneigentümergemeinschaft sind haushaltsnahe Arbeiten von der Steuer absetzbar. Dabei kann ein Mieter Dienstleistungen geltend machen, welche der Vermieter beauftragt hat und ihm über die Betriebskosten berechnet werden. In einem solchen Fall braucht ein Mieter die Bescheinigung des Vermieters, die die betreffenden Dienstleistungen ausweist. In einer üblichen Betriebskostenabrechnung kommen die benötigten Angaben nicht vor. Mieter haben jedoch einen Anspruch auf eine solche Bescheinigung.

Liegt eine doppelte Haushaltsführung vor? Viele Kosten, die im Zusammenhang mit einer Zweitwohnung entstehen können, sind steuerlich abzugsfähig. Dazu gehören neben den Werbungskosten auch entsprechende haushaltsnahe Dienstleistungen. Die jährlich absetzbaren Beträge haben eine andere Bemessungsgrenze als beim Hauptwohnsitz.

Begrifflichkeiten und Kleingedrucktes beachten

Viele Unternehmen verwenden in ihrer Werbung die Begriffe Service und Dienstleistung in ähnlicher Weise, obwohl sie verschiedene Bedeutungen haben. Was oft als Serviceleistung dargestellt wird, ist die originale Dienstleistung des Unternehmens. Serviceleistungen sind im ursprünglichen Sinn kostenlose Leistungen dem Kunden gegenüber, wie kleine Extras in der Abwicklung, die positiv auf die Kundenzufriedenheit wirken.

Eine reine Service-Leistung sollte niemals in einer Abrechnung auftauchen. Wenn die Anfahrt aus allen Stadtteilen also ein kundenfreundliches Extra des Unternehmens ist, haben entsprechende Kilometer- oder Fahrtminutenabrechnungen auf der Rechnung nichts zu suchen. Hier gilt es, auch das Kleingedruckte im Angebot zu studieren! Ansonsten sind Fahrtwege ein Teil der erbrachten Dienstleistung. Die korrekt in Rechnung gestellten Fahrtkosten des Dienstleisters sind bis zu einem Fünftel bei der Steuererklärung absetzbar.

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