Die Übungsleiterpauschale in der Steuererklärung

Millionen Menschen betätigen sich in Deutschland ehrenamtlich. Sie verteilen Essen an Hilfebedürftige, pflegen fremde Menschen, leisten tatkräftige Unterstützung für wohltätige Organisationen oder geben Know-how an jüngere Generationen weiter. Die Bandbreite, wie man sich ehrenamtlich betätigen kann, ist schier grenzenlos.

Und Deutschland wäre nicht das Land, das es heute ist, wenn all diese Menschen sich schlagartig dazu entscheiden, ihr Engagement aufzugeben. Viele Institutionen wären ohne sie handlungsunfähig und aufgeschmissen. Doch so weit wird es sicherlich nicht kommen.

Dafür gibt es neben den zahlreichen moralischen Gründen zusätzlich noch einen finanziellen: Wer ein Ehrenamt ausübt, kann einen gewissen Betrag steuerfrei dazuverdienen. Der Fiskus beteiligt sich an diesen Einnahmen nicht. Doch was gibt es eigentlich dabei zu beachten?

Von der Übungsleiterpauschale profitieren

Übungsleiter können von einer Pauschale in Höhe von 2.400 Euro profitieren. Allerdings gibt es ein paar Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um davon Gebrauch machen zu können.

Grundbedingung ist, dass der Übungsleiter eine der folgenden Tätigkeiten ehrenamtlich ausübt:

  • Trainer in einem Sportverein
  • Künstlerischer Leiter bestimmter Tätigkeiten (z.B. Chorleiter)
  • Ausbildungsleiter
  • Ausbilder
  • Erzieher
  • Betreuer
  • Pflege von hilfebedürftigen Personen
  • etc.

Was es zu beachten gibt

Ein Ehrenamt, in diesem Fall der des Übungsleiters, sollte sich vom eigentlichen Hauptberuf grundlegend unterscheiden. Die Übungsleiterpauschale kann auch dann in Anspruch genommen werden, wenn keinem Hauptberuf nachgegangen wird. So können also auch Rentner, Studierende und Co. von der Pauschale profitieren.

Die Pauschale in Höhe von 2.400 Euro ist nicht nur steuerfrei, sondern auch sozialabgabenfrei. Wer über den Betrag hinaus verdient, muss erst die Summe versteuern, die über den Grenzwert hinausgeht.

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Übungsleiterpauschale und die Steuererklärung

In Deutschland gibt es bestimmte Einkunftsarten, die sich voneinander unterscheiden. Die Übungsleiterpauschale kann keiner dieser Kategorien zugeordnet werden, weshalb es auch kein vorgeschriebenes Feld in der Steuererklärung gibt, wo die Einnahmen verzeichnet werden müssen. So reicht es in der Regel aus, dem Finanzamt einfach eine Kopie des Vertrags mitzuschicken.

Andernfalls können die Einkünfte für Selbstständige in der Anlage S in Zeile 9 und 36 festgehalten werden. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, ihre Einnahmen in der Anlage N in Zeile 26 einzutragen.

Kombinieren von mehreren Pauschalen

Grundsätzlich darf der Höchstwert von 2.400 Euro nicht überschritten werden, damit dieser steuer- und sozialabgabenfrei bleibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Betrag aus einer oder aus mehreren Beschäftigungen zusammensetzt. Ein Übungsleiter kann also bei zwei Vereinen eine Pauschale erhalten. Demzufolge wäre es denkbar, dass ein Trainer beispielsweise bei Verein A 800 Euro erhält und bei Verein B 1.600 Euro pro Kalenderjahr.

Die Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.400 Euro kann aber auch mit einer anderen Pauschale, wie der Ehrenamtspauschale, kombiniert werden. Diese beträgt 720 Euro pro Jahr. Beide Pauschalen können zeitgleich in Anspruch genommen werden. Dabei spielt es eine Rolle, ob es sich um ein und dieselbe Tätigkeit handelt. Nur wenn es sich um verschiedene Tätigkeiten handelt, kann von beiden Pauschalen profitiert werden.

Voraussetzungen

Um die Übungsleiterpauschale erhalten zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden.

So muss die Tätigkeit:

  • pädagogisch ausgerichtet sein
  • ehrenamtlich für gemeinnützige Organsisationen oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts sein
  • oder für eine ähnliche Einrichtung zur Unterstützung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchliche Zwecke sein
  • und nebenberuflich erfolgen.

Was sind gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke?

Einrichtungen mit gemeinnützigem Zweck zielen darauf ab, die Allgemeinheit materiell, geistig oder sittlich zu fördern.

Zu den gemeinnützigen Zwecken zählen:

  • Jugendhilfen
  • Altenhilfen
  • Arbeiten im Denkmalschutz/-pflege
  • Tätigkeiten für den Tierschutz
  • Tätigkeiten zum Zwecke der Gleichberechtigung von Frauen und Männern

Zu mildtätigen Zwecken zählen:

  • Arbeiten, die Personen dabei helfen, seelische, geistige, körperliche oder wirtschaftliche Misslagen zu bewältigen

Zu den kirchlichen Zwecken zählen:

  • Religionsunterricht
  • Predigtdienst
  • Bewältigung von kirchlichen Verwaltungsaufgaben
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