Gerechtigkeit für alle: Was es mit der Pauschalversteuerung auf sich hat

Ist es nun eigentlich gerecht, wenn alle denselben Steuersatz zahlen müssen oder wäre es besser, wenn jeder seine individuelle Steuerlast entrichten müsste? Ist es fair, wenn Millionäre pauschal 30 Prozent ihrer Einkünfte versteuern müssen und Geringverdiener ebenfalls?

Wenn es ans Geld geht, ist das Geschrei groß und jeder möchte seinen Senf dazu geben. Schließlich geht es dabei ja um unsere finanzielle Grundlage, mit der wir unseren Alltag meistern müssen. Bisher erhöht sich in Deutschland je nach Einkommen die Steuerlast, umso mehr jemand verdient. Eine Vermögensteuer gibt es allerdings seit Ende der 90er Jahre nicht mehr.

Dabei ist der Gedanke einer Pauschalversteuerung gar nicht so fremd. Minijobber haben bestimmt schon mal von ihr gehört und kennen das Prozedere, das sich dahinter verbirgt. Vielen ist diese Form der Besteuerung eher als Kopfsteuer bekannt. Wir haben uns mal mit diesem Thema genauer auseinandergesetzt.

Was ist eine Pauschalversteuerung?

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei der Pauschalversteuerung, auch Kopfsteuer genannt, um eine Steuererhebung, die für jeden Bürger gleich ist. Das heißt, die zu entrichtende Steuer ist für jeden gleich hoch. Wichtigstes Merkmal ist, dass Kriterien wie Wohnort, Steuerklasse, Familienstand und andere nicht berücksichtigt werden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse spielen demzufolge ebenfalls keine Rolle. Kurz: Die Pauschalversteuerung richtet sich nicht nach dem Prinzip der steuerlichen Leistungsfähigkeit.

Ziel dabei ist es, den bürokratischen Aufwand möglichst gering zu halten und administrativen Aufwand zu vermeiden.

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Minijobs werden pauschal versteuert

Der große Vorteil eines Minijobs ist, dass keine Sozialabgaben geleistet werden müssen. Allerdings bedeutet das nicht, dass keine Steuern fällig werden. In der Regel bekommen Angestellte davon nur nichts mit. Der Arbeitgeber entscheidet nämlich, wie er den Minijob versteuern möchte. So kann er diesen pauschal oder eben über die Lohnsteuerkarte besteuern lassen.

Bei einer Pauschalversteuerung werden 2 Prozent des Arbeitsentgeltes abgezogen. Die Pauschalsteuer setzt sich dabei aus Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zusammen. Die Kirchensteuer wird auch dann fällig, wenn der Arbeitnehmer keiner Konfession angehört. Die Beträge entrichtet der Arbeitgeber direkt an die Minijob-Zentrale.

Anders verhält es sich bei kurzfristigen Minijobs, die pauschal mit 25 Prozent versteuert werden. Hinzu kommen Zahlungen für die Kirchensteuer und für den Soli. Diese Beträge werden dann direkt ans Finanzamt überwiesen. Arbeitgeber, die sich gegen eine Pauschalversteuerung entscheiden, müssen das Entgelt nach der Lohnsteuerklasse versteuern. Für die Steuerklassen I bis IV sind die Einkommen meistens steuerfrei. Für V und VI werden auch schon bei geringen Einkünften Steuern fällig.

3 Varianten der Besteuerung

Es gibt in Deutschland 3 Varianten, wie der Lohn eines 450€-Jobs besteuert wird:

  • Arbeitgeber zahlt Pauschale von 2% an den Staat
  • Arbeitgeber zahlt Pauschale von 20% an den Staat
  • Steuerabzugsverfahren über elektronische Lohnsteuerkarte

PAUSCHALVERSTEUERUNG MIT 2%

Arbeitgeber, die Minijobber beschäftigen, zahlen pauschal in der Regel 2% an den Staat. Dabei wird der Lohnempfänger nicht besteuert und bekommt von diesem Vorgang nichts mit. Ein weiterer Vorteil ist, das Minijobber in diesem Fall nicht dazu verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben.

PAUSCHALVERSTEUERUNG MIT 20%

Werden bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen Sozialversicherungsbeiträge fällig, dann greift für den Arbeitgeber die Pauschalversteuerung von 20%. Eine Pauschalversteuerung von 2% ist dann nicht mehr möglich. Arbeitnehmer sind bei dieser Variante ebenfalls von der Abgabepflicht einer Einkommensteuererklärung befreit.

Anwendungsgebiete

Pauschalsteuer kann im Allgemeinen in den folgenden Fällen zur Anwendung kommen:

  • Aushilfskräfte
  • Geringfügige Beschäftigungen
  • Fahrgeld
  • Firmenwagen
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