Fünftelregelung: Was ist das und wie funktioniert sie?

Heutzutage ist es eher unüblich, dass ein Arbeitnehmer sein ganzes Leben bei ein und demselben Unternehmen tätig ist. Globalisierung, technologische Fortschritte und Berufe, die ständig einem Wandel unterliegen, sorgen dafür, dass wir immer häufiger flexibel sein müssen.

Nicht selten kommt es vor, dass Mitarbeiter eine Firma verlassen müssen. Die Gründe dafür können verschieden sein. Entweder wird ein Standort geschlossen, man möchte sich neu orientieren, die Firma ist pleite oder man wird schlichtweg einfach nicht mehr gebraucht.

Vor allem bei Letzterem winkt einem Arbeitnehmer oft eine satte Abfindung. Jedoch sollte man sich nicht von der vermeintlich hohen Summe blenden lassen, denn natürlich will auch der Fiskus ein Stück vom Kuchen abbekommen. Mit der Fünftelregelung bleibt immerhin etwas mehr im Portemonnaie hängen.

Zunächst einmal: Was ist eine Abfindung?

Arbeitnehmer, denen gekündigt wird, haben rein rechtlich gesehen keinen Anspruch auf eine Abfindung. Dabei handelt es sich ausschließlich um eine freiwillige Leistung, die einem angeboten werden kann.

Das hat zur Folge, dass auch die Höhe der Abfindung nicht gesetzlich festgelegt ist. Arbeitnehmer müssen also verhandeln. Viele Chefs orientieren sich bei der angebotenen Summe an der Anzahl der Jahre, die der Kollege im Unternehmen gearbeitet hat. Pro Beschäftigungsjahr wird oft ein halbes Monatsgehalt gewährt. Für einen Mitarbeiter, der zum Beispiel 15 Jahre in einer Firma tätig war, gibt es bei einem monatlichen Bruttgehalt von 3.500 Euro demnach 26.250 Euro als Abfindung.

Abfindungen werden seit 2006 wie steuerpflichtiger Arbeitslohn behandelt. Es handelt sich dabei also um nichts Anderes als eine Lohnzahlung. Sie wird auf der Lohnsteuerbescheinigung als außerordentliche Einnahme verbucht. Eine Besonderheit ist, dass die Abfindung nach der Fünftelregelung besteuert werden kann.

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Steuern sparen mit der Fünftelregelung

Bei der Fünftelregelung teilt der Sachbearbeiter die gezahlte Abfindung durch 5. Anschließend wird ein Fünftel zum Jahreseinkommen addiert. Dann wird das Gesamteinkommen versteuert. Das Ergebnis wird mit dem Wert verglichen, der sich ohne eine Abfindung ergeben hätte. Bei der Differenz handelt es sich um die sogenannte steuerliche Mehrbelastung, die zu entrichten wäre, wenn der Gekündigte nur ein Fünftel der Abfindung erhalten hätte. Die steuerliche Mehrbelastung wird zum Schluss mit 5 multipliziert und somit bleibt schlussendlich mehr Netto vom Brutto übrig.

Voraussetzungen für die Fünftelregelung

Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die für die Anwendung der Fünftelregelung gelten.

Zu diesen Voraussetzungen zählen:

  • Abfindung wird für den Verlust des Jobs gezahlt
  • Kündigung muss von Seiten des Arbeitgebers ausgesprochen worden sein
  • Abfindung muss außerordentliche Einkunft sein
  • Abfindung wird als Einmalzahlung überwiesen

Hinweis: Außerordentliche Einkünfte sind Einnahmen, die über einen mehrjährigen Zeitraum erwirtschaftet werden, aber in einem Jahr ausgezahlt werden. Die Fünftelregelung muss beantragt werden.

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