Was ist eine freiwillige Krankenversicherung?

Wenn wir einen Schnupfen haben, der Kopf fast platzt oder wir wieder Allergien haben, gehen wir einfach zum Onkel Doktor und lassen uns ein paar Medikamente verschreiben, damit es uns bald besser geht. Auch bei Brüchen und Prellungen finden wir uns schneller im CT oder MRT wieder, als wir bis 3 zählen können.

Keine Frage - das Gesundheitssystem in Deutschland gehört zu den besten weltweit. Natürlich läuft nicht alles ideal und es gibt immer etwas zu verbessern, aber krank zu sein, bedeutet nicht wie in vielen anderen Ländern, auch automatisch existenziell gefährdet zu sein.

Dank einer Krankenversicherung stürzen wir nicht jedes Mal in den finanziellen Ruin. In Deutschland muss jeder Bürger krankenversichert sein, ob er will oder nicht. Das bedeutet allerdings auch, dass die Krankenkassen um jeden einzelnen werben. Bei privater Versicherung, gesetzlicher oder zusätzlich freiwilliger Versicherung sieht doch kaum jemand noch durch. Wir beschäftigen uns deswegen in diesem Artikel etwas genauer mit den freiwilligen Krankenversicherungen.

Freiwillige Krankenversicherung

Bei einer freiwilligen Krankenversicherung (FK) handelt es sich um eine spezielle Variante der GKV (gesetzliche Krankenversicherung). FK sind nur für einen bestimmten Teil der Bevölkerung zugänglich. Grundsätzlich kann sich jeder freiwillig krankenversichern lassen, der nicht der gesetzlichen Versicherungspflicht der GKV liegt. Das sind in erster Linie Arbeitnehmer, die mehr als 49.500€ brutto im Jahr verdienen. Zudem dürfen sie nicht privat krankenversichert sein.

Freiwillig krankenversichern kann sich jeder lassen, der:

  • einer selbstständigen Tätigkeit nachkommt
  • Student und nicht familienversichert ist
  • aus dem Ausland als Arbeitnehmer zurückkehrt
  • seine Kinder im Krankeitsfall gesondert absichern möchte

Vorteile einer freiwilligen Krankenversicherung

Freiwillige Krankenversicherungen der GKV sind vergleichbar mit den Leistungen einer gesetzlichen Krankenvollversicherung. Welche Kosten von der Versicherungen übernommen werden, ist im allgemeingültigen Leistungskatalog der jeweiligen Versicherung beschrieben. Freiwillig Versicherte haben jedoch den Vorteil, dass sie aus zahlreichen Wahltarifen wählen können. Diese versprechen bestimmte Sonderleistungen wie Kostenerstattungen, Selbstbehaltetarife und vieles mehr. Die Wahltarife ähneln dabei den Tarifen der privaten Krankenversicherungen.

Wer sich für einen solchen Wahltarif entscheidet, bindet sich jedoch in der Regel auch länger an die GKV. Dabei handelt es sich um eine „Geben-und-Nehmen-Situation". Der Versicherte verpflichtet sich, für einen langen Zeitraum bei einer Krankenkasse zu bleiben und erhält dafür Sondertarife. So kann zum Beispiel eine günstige Zahnzusatzversicherung in Anspruch genommen werden.

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Welche Kosten kommen auf mich zu?

Wie bereits erwähnt, kann nicht jeder von einer freiwilligen Krankenversicherung profitieren. Wie bei gesetzlichen Krankenversicherungen wird der zu leistende Beitrag auf Grundlage des Einkommens berechnet. Seit 2011 beträgt der Beitragssatz 15,5%. Somit ergibt sich der Beitrag für die freiwillige Krankenversicherung aus dem Einkommen.

Allerdings gibt es in diesem Fall eine Besonderheit. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 3.712,50€. Das wären pro Monat dann 575,36€ für die freiwillige Krankenversicherung. Studenten müssen zum Beispiel deutlich weniger zahlen, da ein fiktives Einkommen in Höhe von 851,67€ als Berechnungsgrundlage herangezogen wird.

Wiederum anders sieht es für Selbstständige aus. Hier gehen die Versicherungen von einem Einkommen aus, das über der Beitragsbemessungsgrenze von 3.712,50 Euro liegt. Erhält man aber ein niedrigeres Einkommen, kann der Beitrag auf Antrag angepasst werden. Als Bemessungsgrundlage dienen in diesem Fall mindestens 1.916,25€.

Warum sollte ich mich freiwillig krankenversichern?

Versicherungsfreie Personen können sich für eine private Krankenversicherung entscheiden. Es gibt aber auch viele Gründe, die für eine GKV sprechen. Insbesondere Familien mit mehreren Kindern genießen aufgrund der beitragsfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung einen finanziellen Vorteil. In der PKV müssen für alle Familienmitglieder Beiträge gezahlt werden.

Zudem muss bei einer PKV mit hohen Beiträgen gerechnet werden, sofern bereits Vorerkrankungen bekannt sind oder ein gewisses Alter erreicht wurde. So sind nicht selten private Krankenversicherungen wesentlich kostspieliger. Für junge Beamte oder Beamtenanwärter kann sich allerdings eine PKV lohnen. Für Familien ist in den meisten Fällen die GKV die weitaus bessere Lösung.

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