Wie setze ich meine Bewerbungskosten richtig ab?

Du arbeitest momentan in einem Großraumbüro und bekommst gleich einen Nervenzusammenbruch, weil der Kollege neben dir ständig mit dem Kaugummi lauthals schmatzt und nebenbei noch unentwegt mit dem Fuß wippt. Und allgemein bist du bei diesem Job nur noch ausgelaugt und kannst dich schlecht motivieren.

Wenn das mal nicht genügend Gründe sind, sich eine neue Herausforderung zu suchen. Was viele dabei nicht bedenken, ist, dass Kosten für eine Bewerbung schnell in die Höhe gehen können. Schließlich muss der Fotograf bezahlt werden und der Drucker druckt auch nicht von selbst.

Das alles sollte aber kein Grund sein, sich nicht auf Jobsuche zu begeben. Etliche Kosten können nämlich in der Steuererklärung angegeben werden. Welche Posten du dabei steuerlich geltend machen kannst und was du sonst noch wissen solltest, erfährst du jetzt.

Bewerbungskosten sind Werbungskosten

Sämtliche Kosten, die im Rahmen einer Bewerbung anfallen, sind als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Dem Gesetz zufolge sind Werbungskosten all jene Aufwendungen, die aufgebracht werden müssen, um einen Beruf ausüben zu können. Hierunter fallen etwa die täglichen Fahrten zur Arbeit, Dienstreisen, Fortbildungen, Ausgaben für Arbeitskleidung oder berufliche Versicherungen.

Paragraf 9 des Einkommensteuergesetzes bezeichnet Werbungskosten als Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.

Das bedeutet, dass auch Bewerbungskosten in diese Kategorie fallen. Dabei ist zu erwähnen, dass es keine Rolle spielt, ob Bewerbungen Erfolg hatten oder eben nicht. Einzig die Jobsuche als solche steht im Vordergrund.

Absetzbare Posten

Materialien für eine Bewerbung

  • Klarsichthüllen
  • Druckerpatronen
  • Klebeutensilien
  • Briefumschläge
  • Bewerbungsmappen
  • Schreibpapier
  • Kopien
  • Schreibutensilien
  • Briefmarken

Kosten für Eigenmarketing

  • Bewerbungsfotos
  • Inserate
  • Website
  • anteilige Telefonkosten
  • ebenso anteilige Internetkosten
  • Design für den Lebenslauf
  • Bewerbungsvideo
  • Online-Anzeigen
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Recherche und Co.

  • Bücher
  • Magazine
  • Kurse
  • Seminare
  • Übersetzungskosten
  • Zeitschriften
  • Ratgeber
  • Bewerbungsschreiber
  • Beglaubigungen

Reisekosten

  • Fahrten zum Vorstellungsgespräch
  • Parkgebühren
  • Verpflegungsmehraufwand
  • Stadtpläne
  • Übernachtungskosten

Nachweise sollten aufgehoben werden

Grundsätzlich solltest du sämtiche Belege, wie zum Beispiel Quittungen, deiner Steuererklärung beifügen. Erst dann werden in der Regel die angesetzten Kosten berücksichtigt. Auch Absageschreiben oder generell Antwortschreiben von Unternehmen gelten als Nachweis und sollten eingreicht werden.

Sollte eine Firma auf deine Bewerbung nicht reagieren, so ist es sinnvoll, vorab immer eine Kopie des Anschreibens zu erstellen. Wichtig ist hierbei, das Versanddatum festzuhalten und zu dokumentieren.

2 Möglichkeiten, Bewerbungskosten von der Steuer abzusetzen

Das deutsche Steuerrecht sieht 2 Wege vor, wie Bewerbungskosten steuerlich geltend gemacht werden können.

  • Möglichkeit 1: Belege für Ausgaben einzeln einreichen
  • Möglichkeit 2: Bewerbungskosten pauschal absetzen

Solltest du dich für die Pauschale entscheiden, gibt es noch etwas zu beachten. Die Höhe der Pauschale kann unterschiedlich ausfallen. Grundsätzlich können 10 bis 15 Euro pro schriftliche Bewerbung angesetzt werden. Bei einer Bewerbung via E-Mail sind es lediglich 2,50 Euro. Manchmal akzeptieren Finanzämter nur 8,50 Euro für eine schriftliche Bewerbung.

Leider gibt es derzeit keinen gesetzlichen Anspruch auf eine einheitliche Pauschale. Einzig der zuständige Sachbearbeiter entscheidet, in welcher Höhe Bewerbungskosten pauschal abgesetzt werden können.

Bis zu 1.000€ werden im Allgemeinen vom Finanzamt akzeptiert. Wer höhere Ausgaben hatte, der sollte seine Posten einzeln und mit Belegen einreichen.

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