Zweitwohnsitzsteuer: Wann wird sie fällig, wo wird sie erhoben und wie viel muss ich zahlen?

Die Konjunktur in Deutschland brummt. So wenige Arbeitslose wie noch nie, ein Wirtschaftswachstum nach dem anderen und immense Steuereinnahmen, von denen andere Länder nur träumen können. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass dann doch nicht alles so rosig ist, wie die Zahlen vermuten lassen.

Um einen passenden Job auf dem Arbeitsmarkt zu finden, bedarf es manchmal Geduld und Ausdauervermögen. Im Vorteil sind diejenigen, die für den Beruf auch in eine andere Stadt ziehen oder zumindest eine Zweitwohnung beziehen würden. Doch dabei gibt es einiges zu beachten.

Genrell gilt, auch für Azubis und Studenten, dass für eine Zweitwohnung Steuern anfallen können. Aber nicht jeder ist davon betroffen und auch nicht jeder muss denselben Steuersatz zahlen. Was es zu beachten gibt und ob auch du mit der Zweitwohnsitzsteuer rechnen musst, erfährst du jetzt.

Ob studienbedingt oder berufsbedingt - es kann teuer werden

In Deutschland verlangen viele Kommunen eine Zweitwohnsitzsteuer. Wie hoch diese ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab.

Eine wesentliche Rolle dabei spielt, ob es sich beim Wohnsitz in der fernen Stadt um den Hauptwohnsitz handelt oder eben nicht. So ziehen beispielsweise viele Studenten in eine andere Stadt, um dort ein Studium aufzunehmen. Nicht selten bleibt das heimische Gefilde dabei der Hauptwohnsitz. Ist das der Fall, wird in der Regel die Steuer fällig, denn auch viele Uni-Städte erheben eine Zweitwohnsitzsteuer.

Hintergrund ist der, dass die Zugezogenen sich auch vor Ort anmelden sollen, da den Kommunen anonsten eine Menge Gelder durch die Lappen gehen. Für jeden gemeldeten Zugezogenen erhält die Kommune einen Steuerausgleich.

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Finanzausgleich greift nicht bei Zweitwohnsitzen

Der Finanzausgleich greift für Inhaber einer Zweitwohnung nicht, weswegen sich die meisten Kommunen dazu entschieden haben, die Zweitwohnsitzsteuer zu erheben.

Dabei gibt es keinen festgesetzten Leitfaden, wie die Kommunen dabei vorzugehen zu haben. Eines ist aber immer gleich - als Bemessungsgrundlage wird immer die Kaltmiete herangezogen. Die wird aufs Jahr hochgerechnet und je nach Steuersatz ergibt sich die Steuerschuld.

Das sind die zehn größten deutsche Städte mit jeweiligem Steuersatz:

  • Berlin 5 %
  • Hamburg 8 %
  • München 9 %
  • Köln 10 %
  • Frankfurt am Main 0%
  • Stuttgart 10 %
  • Düsseldorf 0 %
  • Dortmund 12 %
  • Essen 10 %
  • Bremen 10 %

Wer zum Beispiel in Berlin lebt und hier eine Jahres-Nettokaltmiete von 4.800 Euro hat, muss zusätzlich noch 240 Euro Zweitwohnsitzsteuer zahlen.

Gibt es Ausnahmen?

Wie so oft gibt es auch Ausnahmen. So sind Berufspendler von der Zweitwohnsitzsteuer befreit, sofern sie verheiratet sind. Auch Bewohner eines Altenheims müssen die Steuer nicht zahlen. Im Bundesland Bayern sind Geringverdiener ebenfalls befreit. Personen mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 müssen dort keine Zweitwohnsitzsteuer zahlen.

Hinweis: Nicht jeder kurzweilige Aufenthalt in einer auswärtigen Unterkunft zählt sofort als Nebenwohnung. Erst wenn der Aufenthalt eine Dauer von sechs Monaten übersteigt, gelten die Meldepflichten. Meistens beträgt die Meldefrist zwei Wochen. Aber auch diesbezüglich gibt es keine einheitliche Regelungen, die für alle Bundesländer gültig sind. Daher empfiehlt es sich immer, bei der jeweiligen Kommune nachzufragen.

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