Kann ich meine Zahnzusatzversicherung in der Steuererklärung angeben?

Für die meisten deutschen Bürger stellt die Steuererklärung eine wahre Herausforderung dar. Dabei kann man mit viel Fleiß Geld zurückerhalten, das man im Vorjahr an den Fiskus gezahlt hat.

Nach Angaben der Ämter bekommt ein Arbeitnehmer im Schnitt über 920 Euro pro Jahr zurück. Davon kann man als Einzelperson schöne Tage an Stränden verbringen oder anderweitige Träume verwirklichen.

Damit das tatsächlich gelingt, muss der Antrag auf Einkommensteuerveranlagung aber richtig ausgefüllt werden. Wohin also zum Beispiel mit den Beiträgen zur Zahnzusatzversicherung? Die folgenden Absätze klären auf und fragen, ob sich der Aufwand wirklich lohnt.

Die absetzbaren Versicherungen

Beiträge zu einer Versicherung fallen meist monatlich an. Manche Gesellschaften verlangen auch vierteljährliche, halbjährliche oder jährliche Zahlungsweisen. Es ist gleichgültig, wie ein Versicherungsschutz bezahlt wird, meist kommt dabei eine ordentliche Summe zusammen.

Der Fiskus belohnt die Bereitschaft zur Risikoabsicherung. Geleistete Versicherungsbeiträge an eine Gesellschaft lassen sich als Sonderausgaben geltend machen. Sie werden im Rahmen der Steuererklärung in der Anlage Vorsorgeaufwand erfasst. Dort tragen Steuerpflichtige ihre Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ein.

Auch viele andere Überweisungen an Risikoabsicherer gehören dazu. So beispielsweise auch Beiträge zur Auslandsreisekrankenversicherung, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Haftpflichtversicherung, Kapitallebensversicherung und Unfallversicherung.

Hinweis: Sachversicherungen wie sie durch eine Hausrat- oder Rechtsschutzpolice geboten werden, zählen nicht zu den Sonderausgaben.

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Der konkrete Fall: die Zahnzusatzversicherung

Mittlerweile existiert eine Reihe an Zusatzpolicen auf dem deutschen Markt, die die Lücken in der gesetzlichen Krankenversicherung schließen sollen. Die Zahnzusatzversicherung ist nur eine unter vielen. Verträge für ambulante und stationäre Behandlung sind in unterschiedlichem Deckungsumfang genauso erhältlich.

Die gute Nachricht für Steuerzahler lautet: Nicht nur der Betrag zur gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich als Sonderausgabe vortragen; auch ergänzende und erweiternde Absicherungen zählen dazu.

Übrigens: Wenn ein Zahnersatz tatsächlich fällig wird, entstehen trotz einer Zusatzpolice oft Zuzahlungen. Auch diese lassen sich bei der Steuererklärung vortragen. Selbstgetragene und tatsächlich angefallene Kosten kann man als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Wird die zumutbare Eigenbelastung überschritten, betrachtet der Fiskus sie als steuermildernd.

Höchstbetrag, Beitragsrückgewähr und Privatversicherte

Leider setzt das Finanzamt den Sonderausgaben Grenzen. Denn bei der Steuerklärung berücksichtigt die Behörde einen Höchstbetrag von 1.900 Euro für alle Vorsorgeaufwendungen. Selbstständige und Personen ohne Beitragszuschuss dürfen immerhin 2.800 Euro absetzen. Was bedeutet das im konkreten Fall? Wer als Arbeitnehmer 20.000 Euro im Jahr brutto verdient, überschreitet allein schon mit der Basisabsicherung bei der gesetzlichen Krankenversicherung den Höchstbetrag. Die Zahnzusatzversicherung fällt in diesem Fall unter den Tisch und entfaltet keine steuerliche Wirkung im Rahmen der Einkommensveranlagung.

Manche Verträge zum Zahnersatz sehen eine Beitragsrückerstattung vor. Maßgeblich dafür kann beispielsweise das gesundheitsbewusste Verhalten des Versicherten oder ein gutes Jahresergebnis der Gesellschaft sein. Welcher Grund auch immer vorliegt: Erhält jemand Beträge zurück, dann muss er diese von den gezahlten Versicherungsaufwendungen abziehen. Anzugeben ist stets der tatsächlich gezahlte Beitrag abzüglich einer etwaigen Rückgewähr.

Es existieren zwei Gruppen von Privatversicherten, nämlich solche mit Zuschüssen zur Krankenversicherung und andere ohne Beteiligungen. Unter die erste Kategorie fallen Beamte und meist Angestellte. Sie erhalten eine Beihilfe oder einen Arbeitgeberzuschuss.

Nur Personen ohne jeglichen Beitragszuschuss fallen unter die zweite Kategorie. Sie dürfen, wie oben beschrieben, bis zu 2.800 Euro als Sonderausgaben absetzen.

Fazit: Lohnt eine Angabe in der Steuererklärung?

Wer ein ganzes Jahr als Arbeitnehmer beschäftigt ist, wird schnell die vom Finanzamt akzeptierte Höchstgrenze von 1.900 Euro überschreiten. Selbst ein unterdurchschnittliches Jahresbrutto von 20.000 Euro reicht hierfür schon aus.

Daher stellt sich tatsächlich die Frage, ob sich der Rechenaufwand lohnt. Der Tipp der Finanzexperten ist eindeutig: Es ist empfehlenswert, alle Zahlen korrekt einzutragen. Denn nur so lassen sich Abzugsmöglichkeiten und die Chance auf eine Günstigerprüfung ausschöpfen. Gerade Arbeitnehmer, die nur wenige Monate im Jahr gearbeitet haben, dürften mit der Angabe zur Zahnzusatzversicherung den einen oder anderen Euro mehr in der Tasche haben.

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