Wie kündige ich meine Riester-Rente?

Viele Sparer haben große Bedenken, eine private Altersvorsorge wie die Riester- oder Rürup-Rente abzuschließen. Oft scheitert es aber nicht an mangelnder Motivation, sondern zu vielen offenen Fragen, die große Zweifel schüren. Ganz oben auf der Rangliste sind dabei Gedanken wie: Können Sparer ihre einmal abgeschlossene Riester-Rente kündigen oder wechseln? Können Gelder, die jahrelang eingezahlt wurden, auch kurzfristig ausgezahlt werden, ohne bis zum gewählten Auszahlungsbeginn warten zu müssen? Diese Themen sind viel zu wichtig, als sie unbeantwortet zu lassen und es ist an der Zeit, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Hier sind sie also, die wichtigsten Antworten rund um das Kündigen und Wechseln der Riester-Rente.

Gibt es Bedingungen für eine Kündigung?

Prinzipiell kann jeder Riester-Vertrag in der Ansparphase gekündigt werden, allerdings muss dabei die Kündigungsfrist beachtet werden. Diese variiert von Anbieter zu Anbieter und beträgt in der Regel drei Monate zum Quartalsende. Das bedeutet, dass das Geld frühestens in drei, spätestens aber in 6 Monaten auf dem Konto ist.

Kann ich mir das Geld auch vorzeitig auszahlen lassen?

Wenn der Sparer bei einer Kündigung sein angespartes Kapital ausgezahlt bekommen möchte, dann ist er dazu verpflichtet, die staatliche Förderung (also Zulagen und Steuerersparnisse) über die gesamte Laufzeit des Vertrags zurückzuzahlen, darum kümmert sich der Anbieter. Auf mögliche Gewinne fällt nicht die Kapitalertragsteuer, sondern der persönliche Einkommensteuersatz an. Um eine hohe Steuerersparnis zu erzielen, lohnt es sich, auf zwei Bedingungen zu achten. Wenn der Vertrag bereits seit 12 Jahren besteht und der Sparer über 62 Jahre alt ist, greift die sogenannte 12/62-Regel. Dann müssen Sparer nur die Hälfte der Erträge mit dem Einkommensteuersatz versteuern, das ist in jedem Fall günstiger als die pauschale Kapitalertragsteuer. Die Förderung muss dennoch zurückgezahlt werden, kann aber als kostenloser Kredit vom Staat verstanden werden. Die mit den Zulagen und Steuervorteilen erzielten Renditen dürfen Sparer nämlich behalten.

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Riester wechseln - Was kann ich tun?

Wer mit seinem Riester-Anbieter unzufrieden ist, aber nicht gleich förderschädlich kündigen will, hat mehrere Möglichkeiten. Auf der einen Seite ist es möglich, den kompletten Vertrag mitsamt Kapital zu wechseln, auf der anderen Seite kann man den alten Riester-Vertrag einfach stilllegen, und einen neuen, lukrativeren Vertrag abschließen. Wer das Kapital aus dem alten Riester-Vertrag auf einen Vertrag bei einem neuen Anbieter überträgt, vermeidet die Rückzahlungen der Förderung. Um den Übertrag des Kapitals kümmert sich der neue Anbieter. Bei diesem ist lediglich ein Wechselauftrag zu stellen. Empfehlenswert sind Verträge, bei denen nicht erneut hohe Abschlusskosten anfallen. Eine Kostenfalle, die sich vermeiden lässt: Besonders günstig ist der Riester-Fondssparplan „fairriester“ mit ETFs (börsengehandelte Indexfonds), der online abgeschlossen werden kann und generell ohne Abschlusskosten auskommt.

Was passiert im Falle eines Wechsels mit der Beitragsgarantie?

Die Beitragsgarantie ist bei Riester-Verträgen obligatorisch und sichert den Kunden zum Ende der Ansparphase mindestens die eingezahlten Beiträge sowie die Zulagen. Bei einem Wechsel des Anbieters entfällt die Beitragsgarantie des alten Anbieters. Das übertragene Kapital bildet jedoch den Grundstock für die Beitragsgarantie beim neuen Anbieter. Deswegen müssen Riester-Sparer je nach Wertentwicklung ihres bisherigen Vertrages abwägen, ob es sich lohnt, das gesamte Kapital auf den neuen Riester-Vertrag zu übertragen oder einen neuen Vertrag zu eröffnen und den alten Vertrag lediglich stillzulegen. Die neue Beitragsgarantie umfasst dann tatsächlich nicht nur die bereits bezahlten Beiträge und Zulagen, sondern auch eine mögliche Wertentwicklung. Im besten Fall sichert man sich durch den Wechsel also die bisherigen Gewinne. Dennoch entstehen in den meisten Fällen bei einem Wechsel auch noch Kosten beim alten Anbieter, die sogenannten Übertragungsgebühren. Diese sind jedoch per Gesetz auf 150€ gedeckelt und werden bei fairr.de komplett erstattet.

Was kann ich tun, wenn ich mir meinen Beitrag nicht mehr leisten kann?

Das Leben ist aber leider nicht so planbar wie ein guter Riester-Vertrag, und manchmal kommt es eben anders als man denkt. Man muss sich aber keine Sorgen machen, wenn es für eine gewisse Zeit mal eng wird mit dem Geld und die Beiträge für die Riester-Rente nicht so locker sitzen. In solchen Fällen gibt es die Möglichkeit, Riester-Verträge stillzulegen und solange beitragsfrei zu schalten, bis es finanziell wieder bergauf geht. Dabei geht kein angespartes Vermögen verloren und es entstehen keine gesonderten Kosten. Eine schriftliche Mitteilung an den Anbieter genügt.

Wem das jetzt zu viele Informationen auf einmal waren, der kann sich auch ganz entspannt das Video von fairr.de anschauen, in dem die wichtigsten Fragen zur Riester-Kündigung geklärt und mit hartnäckigen Mythen ein für alle Mal aufgeräumt wird.

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