Werbungskostenpauschale: 1.000 Euro einfach mal so abgreifen

So ein Arbeitsleben kann sehr lang sein. Zwar verdienen wir damit unseren Lebensunterhalt, um auch von den schönen Seiten des Lebens profitieren zu können, allerdings opfern wir viel Zeit, Energie und manchmal auch Nerven, um den Alltag zu überstehen.

Aber wer das eine will, muss das andere mögen. Daher bleibt uns nichts Anderes übrig, als tagtäglich den Wecker widerwillig abzuschalten, die Beine in die Hände zu nehmen und sich zusammenzureißen. Als Arbeitnehmer fallen nicht selten Kosten an, die der Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen dienen.

Und eben diese Ausgaben können in der Steuererklärung geltend gemacht machen. Das wiederum senkt die Steuerlast. Um den bürokratischen Aufwand möglichst gering zu halten, gewährt das Finanzamt eine sogenannte Werbungskostenpauschale, auch bekannt als Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Was das ist und wie dieser in Anspruch genommen werden kann, erfährst du hier.

1.000 Euro vom Finanzamt

Finanzämter gewähren jedem Arbeitnehmer einen Pauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro. Das heißt natürlich nicht, dass die Sachbearbeiter jedem Steuerzahler das Geld aus freien Stücken überweisen. Vielmehr handelt es sich dabei um die Werbungskostenpauschale, die ganze ohne Nachweise in Anspruch genommen werden kann.

Da es sich um eine Pauschale handelt, steht diese auch denjenigen zu, bei denen keine oder kaum Werbungskosten innerhalb eines Kalenderjahres angefallen sind. Sind die Ausgaben höher als die Pauschale, können die Kosten auch einzeln beim Finanzamt eingereicht werden.

Voraussetzungen

Die Werbungskostenpauschale ist ein Betrag, der für ein gesamtes Jahr angerechnet wird. Das hat zur Folge, dass die Pauschale auch dann in Anspruch genommen werden kann, wenn jemand nicht das ganze Jahr über arbeitstätig war. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Arbeitnehmer haben sogar einen Rechtsanspruch auf den vollen Betrag, selbst dann, wenn keine Werbungskosten innerhalb des Kalenderjahres angefallen sind. Lediglich einmalig wird die Pauschale gewährt. Wie viele Jobs ausgeführt wurden, spielt also keine Rolle. Auch nicht, ob die Einkünfte im Inland oder im Ausland erzielt wurden.

Wiederum können Werbungskosten aus mehreren Dienstverhältnissen angerechnet werden, sofern diese den Betrag von 1.000 Euro überschreiten. Allerdings müssen die Aufwendungen dann einzeln nachgewiesen werden.

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Was gibt es zu beachten?

Minijobber können den Arbeitnehmer-Pauschbetrag nicht in Anspruch nehmen. Der Arbeitslohn wird zudem nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben. Arbeitgeber führen nämlich in der Regel 2 Prozent als Pauschalsteuer ans Finanzamt ab. Das hat zur Folge, dass Minijobber von der Werbungskostenpauschale nicht profitieren können. Das ist nur dann möglich, wenn Angestellte steuer- und sozialversicherungspflichtig sind.

Der Arbeinehmerpauschbetrag wird auch bei Lohnersatzleistungen abgezogen. Diese fallen unter den Progressionsvorbehalt.

Zu den Lohnersatzleistungen gehören:

  • Arbeitslosengeld I
  • Elterngeld
  • Kurzarbeitergeld

Wie werden Werbungskosten definiert?

Zu den Werbungskosten gehören bei Arbeitnehmern all jene Aufwendungen, die aufgebracht werden müssen, um einen Beruf ausüben zu können. Hierunter fallen etwa die täglichen Fahrten zur Arbeit, Dienstreisen, Fortbildungen, Ausgaben für Arbeitskleidung oder berufliche Versicherungen. Der Gesetzgeber definiert Werbungskosten ganz allgemein als:

Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. (§ 9 EStG)

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du in unserer Rubrik „Werbungskosten".

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