Vermögenswirksame Leistungen und die Steuererklärung

37.000 Euro und ein paar Zerquetschte haben Arbeitnehmer 2017 durchschnittlich verdient. Für manch einen ist das ein Witz. Für Manager und Co. ist das vielleicht eine schöne Prämie, die sie einheimsen - mehr nicht. Für andere ist dieser Betrag eine so unvorstellbar hohe Summe, von der sie nur träumen können.

Wer diesen Durchschnittswert erreicht, befindet sich nicht nur rein statistisch in der Mitte der Gesellschaft, er erhält dafür sogar noch einen kleinen Bonus - immerhin gibt dafür einen Rentenpunkt, was später wiederum knapp 30 Euro mehr Rente pro Monat bedeutet.

Obwohl 37.000 Euro schon viel Geld ist, fällt es trotzdem schwer, damit ein Vermögen anzuhäufen. Vor allem in Großstädten lässt sich mit dem Betrag nur schwierig für den Ruhestand vorsorgen oder in eine eigene Immobilie investieren. Immerhin gibt es vermögenswirksame Leistungen, die das Sparen ein wenig erleichtern. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

VL oder VwL - hinter diesen Kürzeln verbirgt sich nichts anderes als "Vermögenswirksame Leistungen". Sie sind vor allem für Arbeitnehmer interessant, die Vermögen anhäufen möchten. Unter die Arme wird ihnen dabei vom Arbeitgeber gegriffen, der sich mit bis zu 40 Euro pro Monat am Vorhaben beteiligen kann.

Bei der Unterstützung handelt es sich um eine freiwillige Angelegenheit. In vielen Tarifverträgen ist die finanzielle Spritze allerdings verankert. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Geld sinnvoll zu investieren.

Eingezahlt werden kann in:

  • Baufinanzierungen
  • Bausparverträgen
  • Aktienfondssparplänen
  • Banksparplänen
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Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen gemeinsam ein

Zunächst einmal schließt der Arbeitnehmer einen Vertrag ab, der von vermögenswirksamen Leistungen profitieren kann. Anschließend zahlt der Chef den vorab festgesetzten Betrag ein.

Meistens laufen solche Kontrakte sieben Jahre, wovon ein Jahr ein Ruhejahr ist (Ausnahme: Bausparverträge). Nachdem bereits sechs Jahre lang eingezahlt wurde, kann aber schon während des Ruhejahrs ein neuer Vertrag abgeschlossen werden. Ist die Vertragslaufzeit abgelaufen, kann das Geld zum Beispiel in die Altersvorsorge investiert werden. Aber auch andere Wünsche können damit erfüllt werden.

Auch der Staat beteiligt sich

Nicht nur der Arbeitgeber zahlt einen gewissen Betrag ein, sondern auch der Staat. Dieser beteiligt sich ebenfalls am Vermögensaufbau. Dies erfolgt mir der sogenannten Arbeitnehmersparzulage, deren Höhe sich am zu versteuernden Einkommen orientiert. Der Staat fördert Baufinanzierungen, Fondssparpläne und Bausparverträge.

Staatliche Zulage abhängig von der Einkommengrenze:

  • Bausparvertrag: Arbeitnehmersparzulage bis 17.900 Euro netto mit 9 % der eingezahlten Summe (maximal 43 Euro); Wohnungsbauprämie bis 25.6000 Euro netto mit 8,8 % der eingezahlten Summe (maximal 45 Euro)
  • Baukredit: Arbeitnehmersparzulage bis 17.900 Euro netto mit 9 % der eingezahlten Summe (maximal 43 Euro)
  • Aktienfonds-Sparplan: Arbeitnehmersparzulage bis 20.000 Euro netto mit 20 % der eingezahlten Summe (maximal 80 Euro)

Hinweis: Bausparer können zusätzlich noch von einer Wohnungsbauprämie profitieren.

Werden Steuern und Sozialabgaben fällig?

Zahlt ein Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen, dann sind diese auch steuer- und sozialabgabenpflichtig. Hinzu kommt, dass sich das Bruttogehalt dementsprechend erhöht. Der Arbeitgeber überweist die VL auf das eingerichtete Sparkonto und der Arbeitnehmer zahlt im Gegenzug Steuern und Sozialabgaben.

Das wiederum hat zur Folge, dass am Ende des Monats auch der Netto-Betrag gemindert wird. Erwirtschaftete Erträge aus den Geldanlagen sind übrigens auch steuerpflichtig.

Hinweis: Es ist in diesem Zusammenhang anzuraten, bei der Bank einen Freistellungsauftrag einzureichen.

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