Was es mit der Umsatzsteuer auf sich hat?

Es gibt wohl kaum etwas Gewöhnlicheres als an einem Samstagmorgen durch die Regale eines Supermarktes zu schlendern und den Korb mit Lebensmitteln vollzupacken. Die Handgriffe sind meistens schon automatisiert. Wir wissen, wo die Milch steht und finden mit verbundenen Augen kinderleicht zum Süßigkeiten-Regal. Nur neue Produkte irritieren uns ab und zu in unserem wöchentlichen Einkaufsritual.

Nachdem alle Produkte aufs Laufband gelegt wurden, scannt die Kassiererin Chips, Socken, Batterien und Co. ab. Dabei wird gerne der Blick auf den aktuellen Preis vermieden. Letztlich hat man aber keine andere Wahl, als sich der Realität zu stellen.

Knapp 60€ sind es dieses Mal. Natürlich prüfst du am Supermarkt-Ausgang den Kassenzettel und stellst fest, dass bei einigen Produkten nur 7% und bei anderen 19% Umsatzsteuer erhoben wurden.

Warum das so ist und was es sonst noch Wissenswertes gibt, erzählen wir dir jetzt.

Umsatzsteuer = Mehrwehrtsteuer?

Bis heute wird im Volksmund eher der Begriff "Mehrwertsteuer" verwendet, obwohl es diesen seit 1973 nicht mehr gibt. Das Gesetz kennt also nur den Begriff "Umsatzsteuer", obwohl inhaltlich dasselbe gemeint ist.

Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um eine Verbrauchsteuer, mit der der private und öffentliche Warenhandel belastet wird. Dabei wird keine Rücksicht auf individuelle Einkommen genommen. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer für jeden gleich hoch ist.

Ausgeschlossen wird dabei die Erhebung der Steuer von der Steuer. Das wird mit dem sogenannten Vorsteuerabzug erreicht. Damit können Unternehmer die Umsatzsteuerbeträge abziehen, die bereits von anderen Unternehmen erhoben wurden.

Das Bundesfinanzministerium gibt ein Beispiel

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Händler A liefert an Händler B eine Ware für
100 Euro zuzüglich 19 Euro Umsatzsteuer (19 Prozent von 100 Euro).
A zahlt 19 Euro Umsatzsteuer an das Finanzamt.
In gleicher Höhe macht B gegenüber dem Finanzamt einen Vorsteuerabzug
geltend. Veräußert B den Gegenstand für 140 Euro zuzüglich
26,60 Euro Umsatzsteuer (19 Prozent von 140 Euro) an den Händler
C weiter, so muss B für diesen Umsatz 26,60 Euro Umsatzsteuer an das
Finanzamt zahlen, während C in gleicher Höhe einen Vorsteuerabzug
in Anspruch nimmt. Veräußert C diese Waren für 200 Euro zuzüglich 38
Euro Umsatzsteuer (19 Prozent von 200 Euro) an einen Endverbraucher,
so muss er für den Umsatz 38 Euro Umsatzsteuer an das Finanzamt
zahlen. Dieser Betrag verbleibt endgültig dem Fiskus. An dem
Beispiel wird deutlich, dass die Umsatzsteuer eine Steuer ist, die sich
nur beim Verkauf an einen Endverbraucher realisiert.

Ausnahmen vom Umsatzsteuergesetz

Im Allgemeinen wird Umsatzsteuer erhoben bei:

  • Lieferungen
  • Einfuhren
  • innergemeinschaftliche Erwerbe

Befreiung von der Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug:

  • innergemeinschaftliche Lieferungen
  • Ausfuhrlieferungen
  • Umsätze Seeschifffahrt
  • Umsätze Luftfahrt

Befreiung von der Umsatzsteuer ohne Vorsteuerabzug:

  • Kredite
  • Verkauf/Vermietung von Grundstücken
  • Heilbehandlungsleistungen
  • gesetzliche Träger der Sozialversicherungen
  • Leistungen von Kliniken und Rehabilitationszentren
  • Betreuung hilfebedürftiger Personen
  • Leistungen amtlich anerkannter Verbände
  • Leistungen bestimmter Kultureinrichtungen (Theater, Tierpark, Museum etc.)

Steuersätze

Allgemein gilt ein Steuersatz von 19% in Deutschland. Der ermäßigte Steuersatz beträgt derzeit 7%. In der Land- und Forstwirtschaft werden Steuersätze von 5,5% und 10,7% erhoben.

7% Umsatzsteuer werden auf Lieferungen, Einfuhren und innergemeinschaftliche Erwerbstätigkeiten von sämtlichen Lebensmitteln erhoben. Der Steuersatz gilt nicht für Getränke und Gastronomie-Umsätze. Des Weiteren wird der ermäßigte Steuersatz auf Leistungen im Personennahverkehr und auf Umsätze mit Büchern Kunstgegenständen erhoben.

Heutzutage ist die Umsatzsteuer eine der wichtigsten für Deutschland. Mit ihr nahm der Staat 2016 ca. 212 Milliarden ein. Die Zahlen stammen vom Statistik-Portal statista.

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