Telefon- und Internetkosten von der Steuer absetzen

Im Leben gibt es nicht immer nur schwarz und weiß. Wer zum Beispiel Entscheidungen treffen muss, wägt zwischen mehreren Optionen ab. Dabei gibt es selten eine zu 100 Prozent richtige Wahl. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Und genau das ist die berühmte Grauzone.

Grauzonen gibt es auch in sämtlichen Bereichen in der Berufswelt. Schnell mal für einen dringenden Rückruf die private Handynummer rausgeben oder fix mit dem eigenen Laptop im eigenen WLAN abends in den trauten 4 Wänden wichtige Mails checken - es gibt unzählige Situationen, in denen Beruf und Freizeit nicht strikt voneinander getrennt werden können.

Wem es ähnlich geht, der kann unter Umständen einen Teil seiner Kosten in der Einkommensteuererklärung angeben. Das betrifft vor allem Ausgaben für den Internetzugang und den Handyvertrag. Diese Posten können nämlich als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Wie genau das funktioniert und was es zu beachten gibt, erfährst du jetzt.

Ausgaben für Telefon und Internet sind Werbungskosten

Wer zum Beispiel sein eigenes Smartphone dazu verwendet, um berufliche Gespräche zu führen, kann die Kosten dafür als Werbungskosten absetzen. Aber auch Ausgaben für den Internetanschluss gehören dazu. Wie sonst sollte man E-Mails versenden, online recherchieren oder Excel-Tabellen bearbeiten?

Eben. Und aus diesem Grund beteiligt sich der Staat. Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten, seine Ausgaben in der Steuererklärung geltend zu machen. Aufwendungen für Telekommunikation können pauschal mit 20 Prozent angegeben werden. Maximal können monatlich allerdings nur 20 Euro eingetragen werden. Nur bestimmte Berufsgruppen können diesen Steuervorteil in Anspruch nehmen. Welche das sind, ist nicht klar definiert und wird von den einzelnen Finanzämtern unterschiedlich gehandhabt.

Die 2. Variante ist, die angefallenen Kosten mit Einzelnachweisen beim Finanzamt einzureichen. Dafür muss der abziehbare Prozentwert selbst ermittelt werden. Bei dieser Variante gibt es keinen Höchstwert, der eingehalten werden muss.

Hinweis: Der Einzelnachweis kommt nur für diejenigen in Frage, die extrem hohe Kosten innerhalb eines Kalenderjahres haben.

Keine Steuertipps mehr verpassen

Wer kann Telefon- und Internetkosten von der Steuer absetzen?

In der Regel werden beruflich veranlasste Aufwendungen für Telekommunikation für folgende Berufsgruppen problemlos anerkannt:

  • Lehrer, die einen Großteil ihres Arbeitsalltags von zu Hause aus erledigen (Gespräche mit Eltern, Schülern, Kollegen und Co.)
  • Heimarbeiter, die im ständigen Kontakt mit Kollegen stehen und jederzeit erreichbar sein müssen
  • Mitarbeiter im Außendienst (vor allem Kundendienstmitarbeiter, Reisevertreter, Versicherungsvertreter, Handelsvertreter usw.)

Hinweis: Wurden die Kosten einmal vom Finanzamt anerkannt, gibt es bei künftigen Steuererklärungen meistens keinerlei Probleme bei der Berücksichtigung.

Was genau kann steuerlich geltend gemacht werden?

Verschiedene Ausgaben können in der Einkommensteuererklärung angegeben werden:

  • Mietkosten für Telefon, Fax und Co.
  • Anschlusskosten, Bereitstellungsentgelt für Einrichtung bzw. Übernahme eines Internetanschlusses
  • Grundgebühr
  • Gesprächsgebühr
  • Flatrate-Gebühr
  • Kaufpreis der Telefonanlage, Smartphone etc.
  • bei Anschaffungskosten über 410€ (ohne Mehrwertsteuer) kann pro Jahr nur ein Teil der Anschaffungskosten abgesetzt werden (Abschreibung)
  • Reparaturkosten

Kosten, die nicht anerkannt werden:

  • PC-Zubehör
  • Modem
  • Router
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