Kann ich meine Steuererklärung auch zurückziehen?

Viele stellen sich immer wieder die Frage, ob es sich für sie überhaupt lohnt, eine Steuererklärung einzureichen. Dabei ist die Frage gar nicht allzu schwer zu beantworten. Die meisten können sich nämlich über einen satten Geldsegen freuen. Durchschnittlich 900 Euro erhalten Steuerzahler zurück.

Wenn das nicht Anreiz genug ist, sollte man vielleicht lieber Abstand von diesem Thema nehmen. Auch aus bürokratischer Sicht ist das Erstellen einer Steuererklärung heutzutage ein Kinderspiel. ELSTER war gestern, inzwischen wird die Erklärung bequem online erstellt, ohne sich mit Amtsdeutsch auseinandersetzen zu müssen.

Und sollte wider Erwartens am Ende doch etwas nicht nach Plan laufen und die Steuererstattung hat sich in eine Nachzahlung umgewandelt, ist selbst das für viele kein Weltuntergang. Fehler können nachträglich ausgebessert werden und im Notfall kann man die Steuererklärung auch zurückziehen. Doch eins nach dem anderen.

Steuererklärung - Pflicht oder freiwillig?

Es gibt verschiedene Gründe, die die Abgabe der Steuererklärung unausweichlich machen. In solchen Fällen spricht der Gesetzgeber von einer Pflichtveranlagung.

Kontakt haben die meisten Personen erstmalig mit dem Finanzamt, wenn dieses einen dazu auffordert, Auskunft über die eigenen Einnahmen und Ausgaben zu geben. Bereits Studenten und Azubis können zum Teil dazu verpflichtet sein, sich mit dem Thema auseinanderzustezen. Das Stichwort heißt in diesem Zusammenhang "Verlustvortrag".

Hier eine kurze Übersicht, wer eine Steuererklärung abgeben muss:

  • Rentner, die mehr als 1.500 Euro brutto erhalten
  • Freiberufler, die mehr als 9.000 Euro im Jahr verdienen
  • Arbeitnehmer mit Zweitjob oder anderen Nebeneinkünften
  • Personen mit außerordentlichen Einkünften
Keine Steuertipps mehr verpassen

Wenn sich Fehler eingeschlichen haben

In Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten, sich gegen den Steuerbescheid zu wehren. Zum einen kann bei Nichtanerkennung bestimmter Posten Einspruch erhoben werden, zum anderen genügt oftmals schon ein schlichter Antrag auf Änderung.

Bei einem Einspruch prüft das Finanzamt erneut sämtliche Angaben - Fehler, die zu deinen Gunsten geschehen sind, werden ebenfalls korrigiert. Weitere Informationen dazu findest du in unserer Rubrik "Einspruch einlegen".

Im Gegensatz zum Einspruch zielt ein Antrag auf schlichte Änderung lediglich darauf ab, nur bestimmte Punkte der Steuererklärung zu korrigieren. Es werden demzufolge nur die Sachverhalte erneut überprüft, die im Anschreiben angemerkt wurden.

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du hier.

Kann ich meine Steuererklärung auch zurückziehen?

Du hast deine Steuererklärung vor Wochen abgegeben und kannst es kaum erwarten, den Brief des Finanzamtes zu öffnen und dann das: Du musst Steuern nachzahlen, obwohl du mit einer satten Rückzahlung gerechnet hast.

Das Kind ist dann aber noch lange nicht in den Brunnen gefallen, zumindest nicht für diejenigen, die ihre Steuererklärung freiwillig eingereicht haben. Sie haben nämlich die Möglichkeit, die Erklärung mit Hilfe eines Einspruchs zurückzuziehen. Das muss allerdings innerhalb der ersten vier Wochen nach Erhalt des Steuerbescheids geschehen, ansonsten muss der Steuerzahler in den sauren Apfel beißen.

Leider kann es anschließend trotzdem vorkommen, dass der Sachbearbeiter den Fall erneut überprüft und sich aufgrund der Angaben eine Pflichtveranlagung ergibt. Nur wer hundertprozentig nicht dazu verpflichtet war, hat Aussicht auf Erfolg.

Jetzt Steuerrückzahlung berechnen!