In diesen Fällen lohnt sich eine Steuererklärung garantiert

In Deutschland leben derzeit 44,35 Millionen Arbeitnehmer. Viele von ihnen zahlen scheinbar mehr Steuern, als sie eigentlich müssten. Dieses Geschenk nimmt der Staat gerne an. Das Problem ist allerdings, dass sich der Fiskus nicht bei seinen Bürgern bedankt. Vielmehr nimmt er es stillschweigend an und lacht sich ins eigene Fäustchen.

Stellt sich die Frage, warum sich so wenig Menschen mit der eigenen Steuererklärung befassen. Bequemlichkeit sollte als Ausrede nicht gelten, schließlich ist es unser Geld, das wir freiwillig dem Staat überlassen, ohne eine Gegenleistung dafür zu erhalten.

Nicht jeder Steuerzahler ist dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Allerdings sollte nicht darauf verzichtet werden, da im Durchschnitt etwa 980 Euro vom Staat zurückgeholt werden können. Aber auch für weniger würde sich die Abgabe schon lohnen. Doch wie holt man am meisten raus?

Für wen lohnt sich die Steuererklärung?

Eigentlich für jeden. Natürlich kann die Frage nicht pauschal beantwortet und muss von Fall zu Fall betrachtet werden. Besonders viel Hoffnung können sich in erster Linie Angestellte machen, die nicht das ganze Jahr gearbeitet haben. Hintergrund ist der, dass Arbeitgeber den steuerlichen Abzug so ermitteln, als würde das Beschäftigungsverhältnis das ganze Jahr über Bestand haben. Fällt das Jahreseinkommen allerdings geringer aus, sinkt automatisch auch die individuelle Steuerlast.

Auch Ehe-Partner, die eine auf sich abgestimmte Steuerklassen-Kombination gewählt haben, können in der Regel von einer Rückzahlung profitieren.

In der Steuerklasse II können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag in Anspruch nehmen. Ein Steuerklassen-Wechsel ist in diesem Fall anzuraten.

Wenn Kapitalanleger versäumt haben, einen Freistellungsauftrag für die Abgeltungsteuer einzurichten, kann diese womöglich noch zurückgeholt werden. Das ist dann möglich, wenn das Einkommen unter dem Grundfreibetrag oder allgemein der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent lag.

Du gehörst nicht dazu? Macht nichts!

Erfüllst du keine dieser Bedingungen, ist das kein Weltuntergang. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, wie man sich Geld vom Fiskus zurückholen kann.

Werbungskosten

Bis zu 1.000 Euro erkennt jedes Finanzamt ohne Weiteres an. Viele Arbeitnehmer erreichen diese Grenze aber allein schon mit den Fahrtkosten. Wer zum Beispiel noch einen doppelten Haushalt führt, kann zusätzlich zu den Fahrtkosten noch Aufwendungen für die Zweitwohnung steuerlich absetzen. Das umfasst beispielsweise Ausgaben für Miete und Einrichtung. Auch Kosten für einen berufsbedingten Umzug können in der Steuererklärung angegeben werden.

Allgemein gehören zu den Werbungskosten sämtliche Posten, die berufsbedingt sind und was der Arbeitgeber nicht bezahlt, von Fachliteratur über Fortbildungen bis hin zur Bewerbungskosten. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du in unserer Rubrik "Werbungskosten".

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Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerkosten

Haushaltshilfen, Pflegedienste und Handwerkerleistungen können bei der Steuererklärung angegeben werden. Dabei gibt es bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Von einer Steuerermäßigung profitieren kann jeder, der als Arbeit- bzw. Auftraggeber eines hauhaltsnahen Beschäftigungsverhältnisses Leistungen eines Pflegers, Betreuuers oder Handwerkers in Anspruch nimmt. Auch Mieter können haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen, sofern sie zum Beispiel ihre Wohnung renovieren lassen.

Absetzbare Kosten im Überblick:

  • Reinigung der Wohnung
  • Zubereitung von Mahlzeiten
  • Gartenpflege
  • Betreuungskosten für Kinder/Pflegebedürftige
  • Renovierungskosten
  • Modernisierungskosten
  • Schneeräumdienste
  • Hausmeisterdienste
  • Fensterputzer
  • Tierbetreuung

Krankheitskosten

Ausgaben, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung anfallen, können unter bestimmten Voraussetzungen in der Einkommensteuererklärung als Sonderaufwendungen für außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Krankheitskosten können nur dann als Sonderaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden, sofern diese Ausgaben als Resultat von anerkannten Krankeitsbildern oder Unfällen entstanden sind.

Krankheitskosten können sein:

  • Ausgaben für stationäre oder ambulante Behandlung
  • Krankenhauskosten
  • krankheitsbedingte Unterbringung der eigenen Person in einem Pflegeheim (ebenfalls altersbedingt)
  • Augen-Laser-Operation
  • Heilmethoden, die nicht anerkannt werden
  • Kuren, sofern sie der Heilung oder Linderung einer Krankheit dienen
  • vom Arzt verschriebene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel
  • Fahrtkosten zum Arzt oder zur Apotheke
  • Aufwendungen zur Behandlung einer Lese- und Rechtschreibschwäche
  • Kosten für eine ambulante Pflegekraft

Weitere absetzbare Posten im Überblick:

  • Telefon- und Internetkosten
  • Reisekosten
  • Bewerbungskosten
  • Beiträge für Berufsverbände
  • Beerdigungskosten
  • Arbeitszimmer
  • Altersvorsorge
  • ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Kinderbetreuung
  • Renovierungskosten
  • ...

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