Was sind Sonderausgaben und wie werden sie von der Steuer abgesetzt?

Wenn es einen omnipräsenten Begriff im Reich des Steuerrechts gibt, dann ist das „Sonderausgaben". Dabei handelt es sich umvSonderausgaben, die verschiedene Kosten der privaten Lebensführung umfassen. Sofern es sich weder um Betriebskosten noch um Werbungskosten handelt, können sich diese Ausgaben steuermindernd auswirken. Sonderausgaben sind aus steuerrechtlicher Sicht ein weites Feld. Ein Grund mehr, sich mal mit diesem Thema zu befassen.

Was sind Sonderausgaben?

Grundsätzlich sind Sonderausgaben nur dann von der Steuer absetzbar, wenn sie aus Eigenbedarf entstanden sind. Eine Ausnahme stellen Verheirate dar, bei denen es unerheblich ist, für wen Sonderausgaben geleistet wurden. Die Kosten können nur im Jahr der Zahlung beim Finanzamt eingereicht werden. Prinzipiell lassen sich Sonderausgaben in zwei Kategorien einteilen. Dazu gehören zum einen „Vorsorgeaufwendungen" und zum anderen „andere Sonderausgaben".

Sonderausgaben: Vorsorgeaufwendungen (Versicherungsbeiträge)

Im Allgemeinen gehören zu den Vorsorgeaufwendungen Kosten für die Altersvorsorge, Zusatzvorsorge, sonstige Vorsorgeaufwendungen wie Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung sowie Beiträge zur Riester-Rentenversicherung. Diese Beiträge können von der Steuer abgesetzt werden.

Das sind in erster Linie:

  • gesetzliche Rentenversicherung
  • landwirtschaftliche Altersklasse
  • berufsständische Versorgungseinrichtung
  • Rürup-Rentenversicherung
  • gesetzliche Krankenversicherung
  • private Krankenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Unfallversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Lebensversicherung
  • Riester-Rentenversicherung

Andere Sonderausgaben

Darüber hinaus gibt es noch „andere Sonderausgaben", die sich klar von den Vorsorgeaufwendungen abspalten.

Dazu gehören:

  • Unterhaltsleistungen
  • Kirchensteuer
  • Kinderbetreuungskosten
  • Kosten für eigene Berufsausbildung oder die des Ehepartners
  • Schulgeld
  • Spenden

Pauschalen für Sonderausgaben

Für Sonderausgaben gibt es einen allgemein gültigen Pauschbetrag. Dieser beträgt für Singles derzeit 36 Euro und für Ehepaare 72 Euro pro Kalenderjahr. Die Pauschale wird dem Steuerzahler automatisch gewährt und vom Finanzbeamten berücksichtigt. Das bedeutet, dass kein Antrag gesondert eingereicht werden muss.

Voraussetzung, um von diesem Pauschbetrag profitieren zu können, ist natürlich, dass eine Einkommensteuererklärung abgegeben wird. Sobald die Ausgaben höher als der Pauschbetrag ausfallen, sollten die jeweiligen Ausgaben einzeln angezeigt und entsprechende Belege beigefügt werden.

Kirchensteuer

Zu den Sonderausgaben zählt auch die Kirchensteuer. Geleistete Zahlungen sind somit absetzbar. Das können geschuldete und gezahlte Kirchensteuern, vom Arbeitgeber gezahlte Kirchenlohnsteuer oder die vierteljährlich voraus geleistete oder nachgezahlte Kirchensteuer sowie das besondere Kirchgeld (allgemeine Kirchgeld der Kirchengemeinden für diejenigen, die keine gesetzliche Kirchensteuer zahlen) sein.

Erstausbildung

Des Weiteren können Kosten für eine Erstausbildung oder ein Erststudium bis zu 6.000 Euro pro Kalenderjahr steuerlich geltend gemacht werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Studiengebühren
  • Kursgebühren
  • Schulgebühren
  • Fachliteratur
  • Arbeitsmaterialien
  • Fahrtkosten
  • Durckkosten

Spenden

Spenden sind freiwillige Leistungen, die an wohltätige Einrichtungen, Hilfsorganisationen, aber auch an politische Parteien oder unabhängige Wählervereinigungen abgegeben werden. Bei der Einkommensteuer können Spenden steuerlich abgesetzt werden.

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