Was es mit dem Pflege-Pauschbetrag auf sich hat

Irgendwann schließt sich der Kreislauf des Lebens. Wir werden geboren, sind auf die Hilfe unserer Eltern angewiesen, kapseln uns ab, leben unser Leben und wenn es allmählich etwas schwerer wird, weil die Knochen nicht mehr ganz so wollen wie der Geist, dann sind wir wieder auf fremde Hilfe angewiesen.

Schon klar, viele bleiben von dieser Vorstellung verschont und nicht jeder landet eines Tages in einer Einrichtung für ältere Menschen. In Anbetracht der immer älter werdenen Gesellschaft rückt dieses Szenario allerdings mehr und mehr in greifbare Nähe.

So wie Eltern für ihr Kind verantwortlich sind, wenn es noch jung ist, sind Kinder auch für ihre Eltern zuständig, wenn diese ihren Alltag nicht mehr alleine meistern können. Damit einher geht nicht nur eine immense emotionale Belastung, für viele wird es dann auch finanziell problematisch. Deswegen gibt es auch den Pflege-Pauschbetrag. Was es damit auf sich hat, ist Thema dieses Artikels.

Der Pflege-Pauschbetrag

Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag haben Menschen, die einen Angehörigen der höchsten Pflegestufe betreuen. Der Pauschbetrag soll diejenigen entlasten, die einen nahen Verwandten pflegen, der seinen Lebensalltag unter keinen Umständen aus eigener Kraft bewältigen kann.

Derzeit beträgt der Pflege-Pauschbetrag 924 Euro pro Kalenderjahr und kann unter folgenden Bedingungen in Anspruch genommen werden:

  • Angehörige muss Merkzeichen "H" oder Pflegegrad 4 oder 5 haben
  • Angehörige muss in eigener oder dessen Wohnung gepflegt werden
  • es werden für die Betreuung keine Gegenleistungen empfangen

Hinweis: Wer das Pflegegeld erhält, muss dieses zwar nicht versteuern, allerdings besteht in diesem Fall auch kein Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag.

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Wissenswertes zum Pflege-Pauschbetrag

Seit Anfang 2017 ist eine neue Regelung in Kraft getreten. Seitdem gibt nicht nur 3, sondern 5 Pflegestufen. Früher gab es den Pauschbetrag nur, wenn der Angehörige den Pflegegrad 3 hatte, heutzutage besteht der Anspruch für die Pflegestufen 4 und 5.

Übrigens: Teilen sich mehrere Personen die Pflege, wird der Pauschbetrag aufgeteilt. Es ist nicht möglich, dass 2 oder mehrere Pflegende vom vollen Betrag profitieren können.

Wenn die tatsächlichen Ausgaben den Pauschbetrag übersteigen

Pflege kostet viel Zeit und vor allem Geld. So kommt es nicht selten vor, dass Pflegende weitaus höhere Ausgaben haben als die 924 Euro pro Jahr. In solchen Fällen kann auf den Pflege-Pauschbetrag verzichtet werden. Dann ist es sinnvoller, sämtliche Kosten als außergewöhnliche Belastungen anzugeben.

Wer sich dazu gewzungen sieht, viel Geld in die Hand zu nehmen, um bestimmte Umstände meistern zu können, kann einige Ausgaben von der Steuer zurückholen. Aufwendungen sind dann unumgänglich, sofern sie aus rechtlichen, sittlichen oder tatsächlichen Gründen nicht vermieden werden können. Tritt also ein Ereignis ein, das jemanden zu hohen Ausgaben zwingt, dann gilt derjenige laut Gesetzgeber als „belastet". Solche Aufwendungen dürfen dabei nur für sich selbst oder für einen Angehörigen aufgekommen sein.

Wie genau außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden können, schildert unser Artikel „Harte Zeiten: Außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen".

Alles auf einen Blick

  • Pflege muss in eigener Wohnung oder in der des Angehörigen stattfinden
  • Angehörige hat Pflegegrad 4 bzw. 5 oder Merkzeichen “H”
  • enge persönliche Beziehung muss bestehen
  • Pflege-Pauschbetrag beträgt 924 Euro pro Kalenderjahr
  • Angehörige muss unentgeltlich gepflegt werden
  • wird Pflege von mehreren Personen geleistet, wird der Pflege-Pauschbetrag aufgeteilt
  • sehr hohe Kosten können als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden

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