Können Parteispenden von der Steuer abgesetzt werden?

Die Gesellschaft von heute interessiert sich nicht mehr für Politik. Die Wahlbeteiligungen sind bei jeder Bundestagswahl eher mau und bei den Tagesthemen schalten viele weg, sofern Trump, Merkel oder May vor die Kameras treten. Einige sprechen sogar von Politik-Verdrossenheit.

Dass das so aber nicht hundertprozentig stimmen kann, beweisen die zahlreichen Jugend-Organisationen der einzelnen Parteien. Auch bei wichtigen Ereignissen wie dem G20-Gipfel gehen Tausende friedliche Demonstranten auf die Straßen, um ihren Unmut kundzutun.

Und dann gibt es diejenigen, die sich gerne politisch beteiligen, aber nicht in Erscheinung treten möchten. Sie spenden einen gewissen Betrag an ihre Wunsch-Partei. Das Beste daran ist, dass die Spenden in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden können. Wie genau das geht und was es zu beachten gibt, ist Thema dieses Artikels.

Spenden an politische Parteien

Wer an eine politische Partei spendet, senkt seine eigene Steuerschuld. Parteispenden betrachtet das deutsche Steuerrecht als Sonderausgaben. Um diese Ausgaben in der Steuererklärung angeben zu können, muss es sich bei der Partei um eine Organisation im Sinne des Parteiengesetzes handeln.

Dieses Gesetz besagt, dass Parteien auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen müssen. Natürlich können auch Spenden an andere Organisationen, die mit Politik nichts gemeinsam haben, getätigt werden. Auch diese werden steuerlich berücksichtigt.

Allerdings werden Parteispenden noch etwas anders gehandhabt. Sie finden zusätzlich zum Abzug von „gewöhnlichen" Spenden auf zweierlei Arten Berücksichtigung.

Wie Spenden an Parteien berücksichtigt werden

Es gibt 2 Varianten, wie das Finanzamt mit Parteispenden umgeht.

Zum einen wird bei Spenden bis zu 1.650 Euro (Ledige) bzw. 3.300 Euro (Verheiratete) die Steuerschuld direkt um 50 Prozent gemindert. Wer also 1.650 Euro spendet, zahlt automatisch 825 Euro weniger Steuern. Einzutragen sind diese Kosten als Sonderausgaben im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung.

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Parteispenden von der Steuer absetzen

Zum anderen werden Spendengelder, die den Maximalbetrag übersteigen, ebenfalls als Sonderausgaben betrachtet. Wer zum Beispiel 3.000 Euro an eine politische Partei spendet, mindert seine Steuerschuld um 825 Euro und kann zusätzlich noch 1.350 Euro als Sonderausgaben angeben (3.000 Euro - 1.650 Euro = 1.350 Euro).

Im Allgemeinen sind Parteispenden für Ledige bis zu einer Höhe von 3.300 Euro steuerbegünstigt. Für Verheiratete liegt der Maximalbetrag bei 6.600 Euro.

Hinweis: Mitgliedsbeiträge werden vom Fiskus nicht anerkannt. Allerdings werden sämtliche weitere Zahlungen, die der Partei zufließen, vom Finanzamt berücksichtigt.

Wissenswertes im Überblick

  • Zuwendungen werden bis zu 3.300 Euro (Ledige) bzw. 6.600 Euro (Verheiratete) vom Finanzamt anerkannt
  • Spenden-Zahlungen müssen nachgewiesen werden (bei Spenden bis zu 200 Euro reicht einfacher Kontoauszug)
  • beim Online-Banking reicht Online-Kontoauszug aus (mit Name und Kontonummer des Auftraggebers und des Empfängers, den Überweisungsbetrag sowie den Buchungstag)
  • bei Pay-Pal reicht Pay-Pal-Kontoauszug aus (mit Angabe des Kontoinhabers und dessen E-Mail-Adresse sowie Ausdruck über die Transaktionsdetails der Spende)
  • Mitgliedsbeiträge müssen mit Beitragsquittung nachgewiesen werden
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