Muss ein Lottogewinn versteuert werden?

Wenn montags am Abend der allgegenwärtige Günther Jauch auf seinem Schemel Platz nimmt, um seine Kandidaten aus allen Bereichen, die man sich nur vorstellen kann, zu befragen, geht das große Raten los. Alle wissen es besser - Halbwissen hat dann Hoch-Konjunktur.

Wer von vornherein sagt, dass es ihm zu mühselig ist, sich für eine Quizshow zu bewerben, spielt wohl eher Lotto. Einfach ein paar Kreuze setzen, die Ziehung ganz entspannt von der Couch aus verfolgen und im Idealfall den ganz großen Gewinn abstauben.

Wer tatsächlich mal einen Batzen Geld gewonnen hat oder gewinnen wird, stellt sich nach anfänglicher Euphorie ganz automatisch die Frage, ob sich der Staat ebenfalls am Glück seiner Bürger beteiligen möchte. Müssen Gewinne versteuert werden und wenn ja, wie viel bleibt am Ende des Tages dann überhaupt noch übrig?

Lottogewinn versteuern

Wer zum Beispiel 788 Euro im Lotto gewinnt, muss nicht befürchten, dass der Fiskus bald vor der Tür steht und sein Kuchenstück davon abhaben möchte. Allerdings sollten Gewinner hellhörig werden, die dann doch eine Stange mehr gewonnen haben.

Im Allgemeinen gilt für Deutschland, dass Gewinne nicht versteuert werden müssen. Diese können nämlich nicht den 7 Einkunftsarten zugeordnet werden. Personen, die ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, unterliegen grundsätzlich der Einkommensteuer und sind demzufolge steuerpflichtig.

Zu den 7 Einkunftsarten gehören:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sonstige Einkünfte

Lottogewinne gelten im Steuerrecht demzufolge als „nicht steuerbar".

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Ausnahmen

Zwar müssen Gelegenheitsspieler ihre Gewinne nicht versteuern, allerdings sieht die Sachlage schon anders aus, wenn regelmäßig Geld über Lotterien eingenommen wird. Wer also rein theoretisch mehrere Mal höhere Beträge gewinnt, hat ein Problem.

Sobald die Einnahmen aus Lotterien einem Einkommen gleichkommen (wie das Gehalt eines Angestellten), müssen die Einkünfte versteuert werden. Wer also regelmäßig an Pokerturnieren oder vergleichbaren Veranstaltungen teilnimmt, muss seine Gewinne mit der Einkommensteuer und gegebenenfalls mit der Umsatzsteuer versteuern. Gerichte setzen Profispieler dabei im Prinzip mit Unternehmen gleich. Somit gelten alle einkommen- und umsatzsteuerlichen Konsequenzen auch für sie.

Wie es nach einem Lottogewinn weitergeht

Obwohl Lottogewinne nicht versteuert werden müssen, sollten einem die künftigen steuerlichen Folgen bewusst sein. Zwar gibt es keine kurzfristigen Konsequenzen, mittelfristig betrachtet wird es aber spannend.

Schließlich müssen auf Erträge aus Wett- und Lottogewinnen Steuern gezahlt werden, sofern aus diesen in den Folgejahren Gewinne erzielt werden. Wer also zusätzliche Einnahmen verzeichnet, muss diese dem Finanzamt mitteilen. Grundsätzlich sind also alle Erträge aus der Anlage eines Gewinns steuerpflichtig.

Zu den steuerpflichtigen Erträgen zählen:

  • Wertzuwächse bei Veräußerungen von Aktien
  • Erträge aus Fonds
  • Erträge aus Zertifikaten
  • Girokonto- oder Sparbuchzinsen
  • Dividenden
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • ...
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