Als Kleinunternehmer die Steuererklärung abgeben - so geht´s

Jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage: "Gebe ich dieses Mal eine Steuererklärung ab und hole mir so ein paar Groschen vom Staat zurück?" Viele haben die Wahl und sind zur Abgabe nicht verpflichtet. Einige kommen allerdings nicht drum herum.

Das betrifft vor allem Kleinunternehmer. Wer zum Beispiel über einen Online-Handel Produkte verkauft und damit Nebeneinkünfte erzielt, muss diese versteuern, sofern die Einnahmen 410 Euro pro Kalenderjahr übersteigen.

Wer über diesen Grenzwert hinaus verdient, ist dazu verpflichtet, dem Finanzamt Auskunft über die finanzielle Situation zu geben. Zwar haben es Kleinunternehmer recht einfach, die Steuererklärung zu erstellen, allerdings sollten einige Punkte beachtet werden.

Steuererklärung als Kleinunternehmer

Wird nur wenig Umsatz generiert, bleibt auch der Steueraufwand eher gering. In solchen Fällen greift die Kleinunternehmerregelung. Dann muss keine Umsatzsteuer ans Finanzamt übermittelt werden. Des Weiteren wird auf die Umsatzsteuervoranmeldung verzichtet.

Laut Definition können Kleinunternehmer Einzelunternehmer, Freiberufler, Unternehmensgesellschaften oder aber auch GbRs sein.

Charakteristisch für Kleinunternehmer ist:

  • Gesamtumsatz wird vorraussichtlich im Jahr der Gründung 17.500 Euro nicht überschreiten
  • im Folgejahr muss festgestellt worden sein, dass die Grenze von 17.500 Euro nicht überschritten wurde
  • zudem darf im laufenden Jahr der Gesamtumsatz 50.000 Euro nicht überschreiten
Keine Steuertipps mehr verpassen

Gesamtumsatzgrenze von 17.500 Euro

Die Gesamtumsatzgrenze in Höhe von 17.500 Euro bezieht sich immer auf ein ganzes Kalenderjahr. Der Umsatz kann auch anteilig ermittelt und anschließend hochgerechnet werden.

Wichtig zu wissen ist, dass bei den Grenzen Bruttobeträge herangezogen werden, also wird auch die Umsatzsteuer berücksichtigt. Diese muss demnach auch nicht auf Rechnungen ausgewiesen werden.

Hinweis: Bei nicht ausgewiesener Umsatzsteuer muss auch keine Vorsteuer ans Finanzamt geleistet werden muss.

Kleinunternehmerregelung beantragen

Gründer erhalten vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Auf dem Frageformular muss angekreuzt werden, ob die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommmen werden soll oder nicht. Zu einer Regelbesteuerung kann jederzeit gewechselt werden. Für einen Besteuerungswechsel reicht in der Regel ein formloses Schreiben an das Finanzamt aus.

EÜR: Einnahmen-Überschussrechnung

Kleinunternehmer kommen um eine Steuererklärung nicht herum. Vor allem die sogenannte Anlage EÜR, also die Einnahmen-Überschussrechnung, muss übermittelt werden. Ab dem Steuerjahr 2017 erfolgt die Übermittlung ausschließlich online.

Mit der EÜR wird der Gewinn ermittelt. Dazu werden die Einnahmen mit den Ausgaben verrechnet. Die Ausgaben werden als Bruttobeträge herangezogen. Anschließend wird der Gewinn festgehalten. Die Steuerlast ermittelt dann das Finanzamt.

Jetzt Steuerrückzahlung berechnen!