Kann ich die Kirchensteuer absetzen?

Der katholische und evangelische Anteil in der Bevölkerung hält sich so ziemlich die Waage. Feststeht auf jeden Fall, dass sich die Kirchen hierzulande über knappe Kassen nicht zu beschweren brauchen. Etwa sechs Milliarden Euro nehmen die Religionsgemeinschaften jeweils pro Jahr ein.

Dabei ist die oft zu entrichtende Kirchensteuer noch nicht einmal im Grundgesetz verankert, vielmehr ist sie Angelegenheit der Bundesländer. Grundsätzlich darf eine Religionsgemeinschaft immer eine Steuer erheben, sofern sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist.

Interessant ist übrigens auch, dass solche anerkannten Körperschaften von der Grundsteuer befreit sind. Religionen finanzieren sich fast ausschließlich über die Kirchensteuer. Was viele allerdings nicht wissen, ist, dass die gezahlten Gelder in der Steuererklärung angesetzt werden können.

In Deutschland anerkannte staatliche Religionsgemeinschaften

Hierzulande gibt es neun anerkannte Religionensgemeinschaften, die Kirchensteuer erheben können:

  • Evengelische Landeskirchen
  • Jüdische Kultusgemeinden
  • Freireligiöse Gemeinden
  • Mennonitengemeinde in Hamburg-Altona
  • Katholische Kirche
  • Altkatholische Kirche
  • Israelitische Religionsgemeinschaften
  • Französische Kirche zu Berlin
  • Unitarische Religionsgemeinschaft Freier Protestanten in Rheinland-Pfalz

Übrigens: Orthodoxe Kirchen und evangelisch-freikirchliche Gemeinden erheben in Deutschland keine Steuer.

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Wie hoch ist die Kirchensteuer?

Wie hoch die Steuer ausfällt, die Kirchenmitglieder zahlen müssen, hängt letztlich vom Wohnort ab. In Deutschland gibt es zwei verschiedene Prozentsätze. So zahlen Mitglieder aus den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg 8 % und Mitglieder aus allen anderen Bundesländern 9 % Kirchensteuer. Diese wird von der Einkommensteuer abgeführt.

Die Steuer muss nicht aktiv überwiesen werden. Die Beiträge werden direkt vom Arbeitgeber abgeführt und an die Kirche weitergeleitet. Wer weniger als den Grundfreibetrag verdient (Jahr 2018 9.000 Euro), muss keine Kirchensteuer zahlen.

Kirchensteuer und die Steuererklärung

Gezahlte Kirchensteuer kann in der Steuererklärung angegeben werden. Diese fällt in die Kategorie "Sonderausgaben". Es gibt hierzulande verschiedene Arten. Kirchensteuer wird aufs Einkommen oder auf den Grundbesitz erhoben und zusätzlich gibt es noch das allgemeine Kirchgeld für Geringverdiener sowie das besondere Kirchgeld für Eheleute.

Hinweis: Nach Austritt aus der Kirche endet die Kirchensteuerpflicht mit Ablauf des Kalendermonats, in dem der Kirchenaustritt beim Standesamt erklärt wurde. Manchmal kann es auch der darauffolgende Monat sein. Im Anschluss fällt die Kirchensteuer ersatzlos weg.

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