Wissenswertes zum Hinterbliebenenpauschbetrag

Der Verlust eines Menschen reißt nicht nur eine emotionale Lücke, sondern nicht selten auch eine finanzielle Lücke auf. Wer das Leben zum Beispiel mit einem anderen Menschen bis ins hohe Alter geplant hat, kann schnell vor dem Nichts stehen.

Banken und deren Kredite scheren sich nicht wirklich um die persönliche Lage. Für sie steht im Vordergrund, dass die Restschuld ausgeglichen und die Raten pünktlich bedient werden. In solchen Situationen ist finanzielles Chaos vorprogrammiert.

Zwar erhalten viele Hinterbliebene eine entsprechende Rente, aber selbst die ist oft nicht ausreichend, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Auch der Fiskus bietet mit einem Pauschbetrag Hinterbliebenen immerhin eine kleine Erleichterung.

Hinterbliebenenpauschbetrag

Hinterbliebene haben in bestimmten Situationen Anspruch auf einen Pauschbetrag. So können Witwen und Waisen von einem Hinterbliebenen-Pauschbetrag in Höhe von 370 Euro pro Kalenderjahr profitieren.

Der Betrag kann in dem Jahr genutzt werden, in dem der Trauerfall war. Es spielt dabei keine Rolle, wann der Todestag ist, der Pauschbetrag wird nämlich nicht zeitanteilig gekürzt. Allerdings können die 370 Euro nur ein Mal in Anspruch genommen werden, auch wenn zum Beispiel beide Elternteile verstorben sind. Gibt es jedoch mehrere Hinterbliebene, kann jeder den Pauschbetrag nutzen.

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Voraussetzungen

Um von den 370 Euro profitieren zu können, müssen mindestens für einen Monat laufende Hinterbliebenenbezüge bewilligt worden sein. Es zählt auch ein ruhender Anspruch oder eine Abfindung in Form einer Kapitalzahlung.

Zu den Hinterbliebenenbezügen zählen u.a.:

  • Witwenrente
  • Witwerrente
  • Waisenrente
  • Elternrente
  • Geschiedenen-Witwenrente

Dabei dürfen die erhaltenen Bezüge nicht aus einer gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt worden sein, sondern aufgrund bestimmter gesetzlicher Vorschriften.

Dazu zählen gesetzliche Vorschriften nach:

  • dem Bundesversorgungsgesetz
  • einer gesetzlichen Unfallversicherung
  • einer beamtlichen Vorschrift
  • der Vorschrift des Bundesentschädigungsgesetzes

Hinweis: Bezüge müssen dem Finanzamt nachgewiesen werden. Das ist mit dem Rentenbescheid des Vorsorgungsamtes, der entsprechenden Entschädigungsbehörde, einer gesetzlichen Unfallversicherung oder einem Bewilligungsbescheid einer nach beamtenrechtlichen Vorschrift zuständigen Behörde möglich.

Kann der Pauschbetrag auch übertragen werden?

Wenn ein Elternteil ein Kind hat, das ebenfalls Anspruch auf den Hinterbliebenenpauschbetrag hat, dann kann dieser auch übertragen werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Elternteil auch einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld bezieht.

Hinweis: So ist es auch möglich, dass eine Person mehrfach den Hinterbliebenenpauschbetrag in Höhe von 370 Euro für sich beanspruchen kann.

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