Kindergeld und Kinderfreibeträge

Was können Eltern von der Steuer absetzen?

Eltern können sich viele Kosten vom Staat per Steuererklärung zurückholen. Dass der Fiskus Eltern überhaupt steuerliche Vorteile gewährt, hat einen einfachen Grund. Der Staat möchte Familien mit Kindern und Alleinerziehende unterstützen, da es von großem Interesse unserer Gesellschaft ist, dass Menschen Kinder bekommen und erziehen - und dementsprechend auch versorgt werden. Es gibt zahlreiche Förderungsinstrumente, die durch die Abgabe einer Steuererklärung zugänglich sind.

Hinweis: Viele Eltern wissen gar nicht so genau, auf welche dieser Mittel sie konkret Anspruch haben und wie sie ihre Ansprüche geltend machen können. Um Steuervorteile zu nutzen, müssen Eltern eigentlich nur eine Steuererklärung abgeben und entsprechende Angaben rund um ihr Kind oder ihre Kinder machen. Damit unsere Nutzer keine wichtigen Angaben vergessen und das maximale Sparpotenzial ausschöpfen, haben wir in unserem Online-Tool steuererklaerung.de alle notwendigen Eintragungen eindeutig markiert.

Kindergeld und Kinderfreibeträge

Im Gegensatz zum Kinderfreibetrag steht das Kindergeld nur Eltern zu, die einen Antrag stellen. Das Finanzamt möchte hier Auskünfte über deine finanzielle sowie deine Familiensituation allgemein erhalten. Es ist für alle Eltern empfehlenswert, diesen Antrag zu stellen, denn viele Vergünstigungen hängen vom Kindergeldanspruch ab. Erst wenn dem Antrag stattgegeben wird, kann das Finanzamt beispielsweise steuerrechtliche Vergünstigungen gewährleisten. Das Kindergeld kann bei der Familienkasse beantragt werden.

Selbstverständlich haben nicht nur die leiblichen Eltern Anspruch auf staatliche Unterstützung. Auch Pflegeeltern und jene mit adoptierten oder angenommenen Kindern können Unterstützung in Anspruch nehmen.

Kindergeld

Das Kindergeld beträgt seit Juli 2019 für das erste und zweite Kind 204 Euro, für das dritte Kind sind es 210 Euro. Für das vierte und jedes weitere Kind werden fortan 235 Euro gezahlt. Kindergeld muss per Antrag eingefordert werden. Es steht Eltern zu, die ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.

Von der Geburt des Kindes bis zum 18. Geburtstag ist die Lage klar. Wenn das Kind älter als 18 Jahre ist, wird der Kindergeldanspruch komplizierter. Es wird nur noch jenen gewährt, die eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen und sich weiterbilden. Über das 25. Lebensjahr hinaus gibt es in Normalfall kein Kindergeld mehr, selbst wenn das Kind noch studiert oder noch keinen Arbeitsplatz gefunden hat. Kinder mit Behinderung, die sich nicht selbst unterhalten können, sind davon ausgenommen.

Kinderfreibeträge

Neben dem Kindergeld können Elteren per Steuererklärung Kinderfreibeträge geltend machen. Sinn und Zweck des Kinderfreibetrages ist die Sicherstellung des Existenzminimums eines jeden Kindes. Diese Sicherstellung soll gewährleistet werden, indem für Eltern ein Verdienst bis zu einer bestimmten Höhe steuerlich frei bleibt.

Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Komponenten, dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). 2017 liegt der Gesamtkinderfreibetrag bei 7.356 €. Er steht auch dann zu, wenn der andere Elternteil verstorben oder nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist. Dasselbe gilt, falls der Vater nicht auffindbar ist.

Grundsätzlich gilt: Eltern haben entweder Anspruch auf Kindergeld oder auf einen Kinderfreibetrag. Es ist nicht möglich, Kindergeld zu erhalten und die Kinderfreibeträge in voller Höhe von der Steuer abzusetzen.

Kinderfreibeträge führen nur bei rund 5 Prozent aller Steuerzahlerinnen und –zahler zu einem Vorteil. Für die meisten Eltern lohnt es sich eher, Kindergeld in Anspruch zu nehmen.

Weitere Entlastungsbeträge

Es gibt noch eine Reihe von anderen steuerlich absetzbaren Beträgen, die für Eltern interessesant sind:

  • Entlastungsbetrag: Für Alleinerziehnde, die einen Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag haben. Der Betrag umfasst jährlich knapp 2.000 €, die steuerlich geltend gemacht werden können.
  • Kinderbetreuungskosten: Bis zum 14. Lebensjahr des Kindes können 2/3 der Kosten für die Kinderbetreuung als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden, maximal aber 4.000 € pro Kind und Jahr.
  • Riester-Förderung Kinderzulage: Wer zur privaten Altersvorsorge eine Riester-Rente abgeschlossen hat, bekommt jährlich 300 € als Zulage für jedes Kind.
  • Kinderzuschlag: Zuschlag auf das Kindergeld, den Geringverdiener bei der Familienkasse beantragen können. Diese Sozialleistung umfasst als Höchstbetrag 170 € pro Kind.

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