Steuererklärung: Welches Finanzamt ist für mich zuständig?

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Dieses Sprichtwort kennen wir alle nur zu gut. Oder kannst du dich daran erinnern, dass ein Lehrer jemals zu dir gesagt hat, dass du eine super Note bekommst, obwohl du nahezu nichts wusstest in der letzten Klausur? Siehst du, ähnlich ist es mit der Steuererklärung.

Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Arbeitnehmer-Sparzulage - es gibt unzählige Begriffe, die einem auf den ersten Blick rein gar nichts sagen. Wer allerdings ein paar Euro vom Staat zurückholen möchte, muss sich wohl oder übel mit diesem Thema auseinandersetzen.

Hat man erst einmal die Steuererklärung erstellt, stellt sich die alles entscheidende Frage: Welches Finanzamt ist überhaupt für mich zuständig? Gibt es eigentlich mehrere oder gibt es in jeder Stadt nur eins? Hier erfährst du, wer für dich zuständig ist.

Eine Frage, mehrere Antworten

Welches Finanzamt letztlich für einen zuständig ist, ist nicht immer eindeutig zu beantworten. Das Problem ist, dass in jeder Einkommensteuererklärung ein Finanzamt eingetragen werden muss. Dann ist es hilfreich, das richtige Amt in das vorgesehene Feld einzutragen, um eine schnelle und reibungslose Bearbeitung gewährleisten zu können.

In der Regel ist immer das Finanzamt für einen zuständig, das sich in dem Kreis befindet, wo auch der eigene Wohnort ansässig ist. Doch nicht immer ist es damit getan, denn wie so oft bestätigen Ausnahmen die Regel.

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Doppelte Haushaltsführung

Wer beruflich bedingt zwei Haushalte führt, wovon sich einer am Beschäftigungsort befindet, kann seine Ausgaben als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

In diesem Zusammenhang kommt es darauf an, ob man verheiratet ist oder nicht. Ist ein Steuerzahler verheiratet und unterhält zwei Haushalte, dann ist das Finanzamt für einen zuständig, das sich am Wohnitz der Familie befindet.

Ist jemand nicht verheiratet, dann ist das Amt für einen verantwortlich, das sich dort befindet, wo man für gewöhnlich seinen vorwiegenden Aufenthalt hat. In diesem Fall kommt unter Umständen also auch der Zweitwohnsitz in Frage.

Bundeswehr, Polizei und Co.

Wer in der Bundeswehr, der Polizei oder der Bundespolizei tätig ist, lebt unter der Woche oft zum Beispiel in einer Kaserne fernab der Heimat. Obwohl der vorwiegende Aufenthalt der Arbeitsort ist, bleibt in diesem Fall weiterhin das Finanzamt für einen zuständig, das sich im Bezirk des eigenen Wohnsitzes befindet.

Umzug

Auch bei einem Umzug muss einiges beachtet werden. Normalerweise ist nach einem Umzug immer das Finanzamt für einen zuständig, das am neuen Wohnort ansässig ist. Das ist aber erst dann so, wenn das Amt darüber in Kenntnis gesetzt wurde. Andernfalls kann es vorkommen, dass die letzte Steuererklärung noch vom Amt des letzten Zuständigkeitsbereichs bearbeitet wird.

Scheidung und Zusammenveranlagung

Nicht immer hat eine Ehe auch auf Dauer Bestand. Im ersten Scheidungsjahr besteht allerdings weiterhin die Möglichkeit, sich zusammen veranlagen zu lassen. Dabei geben Ehepaare eine gemeinsame Einkommensteuererklärung ab. Der Gesetzgeber behandelt beide dann wie eine einzelne Person. Das hat logischerweise auch zur Folge, dass die Eheleute nur einen Steuerbescheid erhalten. Eine mögliche Rückerstattung wird demnach auch nur auf ein Konto überwiesen und kann nicht gestückelt werden. Weitere Informationen dazu findest du in unserem Artikel "Zusammenveranlagung".

Um den Steuerbescheid erhalten zu können, muss einer von beiden noch am ehemaligen gemeinsamen Wohnort leben. Ziehen beide weg, ist künftig das Finanzamt des Partners für beide zuständig, dessen Einnahmen höher sind.

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