Was ist ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende?

Irgendwann Mutter oder Vater zu sein, muss das Erhabenste auf der Welt sein. Na gut, abgesehen vom Windeln wechseln, vom Kindergeschrei und den vielen Tränen, wenn die ersten Zähne wachsen. Eindeutig überwiegen aber die Sonnenseiten des Eltern-Daseins.

Ein Haus bauen, Kinder haben und einen Baum pfanzen - dass dieses Idyll oft nicht der Realität entspricht, erleben viele hautnah mit. Besonders hart trifft es Alleinerziehende, die keinerlei Unterstützung vom anderen Elternteil erhalten und zusehen müssen, wie sie den Alltag meistern.

Besonders alleinstehenden Müttern und Vätern muss deswegen der Staat finanziell unter die Arme greifen. Das geschieht im Rahmen des Entlastungsbetrags. Noch nie davon gehört? Kein Problem. Wir klären, was das ist, wie hoch dieser ausfällt und was es sonst noch zu beachten gibt.

Alleinerziehende und der Entlastungsbetrag

Der Staat gewährt Alleinerziehenden einen Entlastungsbetrag bei der Einkommensteuer. Anspruch auf diesen hat jeder, der auch Kindergeld beziehen kann oder vom Kinderfreibetrag profitiert. Laut Statistik gibt es Deutschland knapp 2 Millionen Menschen, die ihre Kinder alleine erziehen.

Es gibt 3 Bedingungen, die erfüllt sein müssen, um vom Entlastungsbetrag profitieren zu können:

  • Mutter oder Vater ist alleinstehend
  • Kind lebt im selben Haushalt
  • es besteht Anspruch auf Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag

Der Entlastungsbetrag, der derzeit bei 1.908 Euro liegt, wird jährlich gewährt und wird von allen steuerpflichtigen Einkünften abgezogen. Dabei handelt es sich um eine Leistung, die unabhängig vom Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag gewährleistet wird.

Zu den Voraussetzungen

Grundsätzlich kann nur ein Elternteil den Entlastungsbetrag beantragen. Das ist in der Regel derjenige, der auch das Kindergeld erhält.

Zudem ist es unabdingbar, dass das Kind im Haushalt der Mutter oder des Vaters lebt, welche bzw. welcher auch Kindergeld in Anspruch nimmt. Das bedeutet, dass das Kind auch dort gemeldet sein muss.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, dass der alleinerziehende Elternteil wirklich alleinstehend ist. Findet der erziehende Elternteil einen neuen Lebenspartner, besteht auch kein Recht mehr auf einen Entlastungsbetrag. Natürlich nur dann, sofern eine weitere Person mit in den Haushalt zieht. Das gilt übrigens auch, wenn es sich bei dem Zugezogenenen um die beste Freundin handelt. Ausnahmen gibt es diesbezüglich nicht.

Hinweis: Der Entlastungsbetrag entfällt nicht, wenn das Kind bereits das 18. Lebensjahr vollendet hat. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Nachwuchs in einer Ausbildung befindet und noch nicht ausgezogen ist.

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Wie hoch ist der Entlastungsbetrag?

Seit 2015 beträgt die Höhe der steuerlichen Entlastung 1.908 Euro pro Kalenderjahr. Das sind also 159 Euro monatlich. Zudem gibt es eine Staffelung bei der Höhe des Entlastungsbetrags. Je mehr Kinder, desto mehr mindert sich die steuerliche Belastung.

So sieht die Staffelung aus:

  • 1 Kind: 1.908 Euro
  • 2 Kinder: 2.148 Euro
  • 3 Kinder: 2.388 Euro
  • 4 Kinder: 2.628 Euro
  • jedes weitere Kind + 240 Euro

Beantragung des Entlastungsbetrags

Es gibt 2 Möglichkeiten, den Entlastungsbetrag in Anspruch zu nehmen. Zum einen kann die finanzielle Unterstützung in der Anlage Kind der Einkommensteuererklärung beantragt werden.

Zum anderen ist vielleicht auch ein Wechsel in die Steuerklasse II sinnvoll. Diese muss ebenfalls beim Finanzamt beantragt werden. Grundsätzlich finden sich alleinerziehende Arbeitnehmer in dieser Steuerklasse wieder. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer mehr als 450€ im Monat verdient. Alleinerziehende Arbeitnehmer müssen dem Finanzamt versichern, dass sie den Entlastungsbetrag beziehen können. Verändern sich die Lebensumstände, muss das dem Finantamt ebenfalls mitgeteilt werden.

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