Elterngeld Plus führt zu einem höheren Steuersatz

Schaut man sich das Familienbild der Vergangenheit an, dann sind die Rollen im Alltag klar verteilt gewesen. Der Mann ging von morgens bis abends schuften und brachte das Geld ins Haus und die Frau kümmerte sich derzeit um den Nachwuchs, bereitete fleißig das Abendbrot vor und hielt die Wohnung in Schuss.

Doch inzwischen hat sich dieses veraltete Rollenbild verändert. Zwar kümmern sich nach wie vor meistens die Mütter um die Erziehung der Kinder, doch seitdem es Elterngeld und damit einhergehend seit 2015 Elterngeld Plus gibt, können junge Mütter und Väter frei entscheiden, wer wann und wie viel nebenbei wieder arbeiten geht.

Auch Unternehmen gehen heutzutage ein wenig entspannter damit um, wenn Angestellte planen, eine Familie zu gründen. Der Umstieg von Vollzeit auf Teilzeit und wieder zurück gleicht in der modernen Welt keinem Hexenwerk mehr. Stellt sich natürlich die Frage, welche Auswirkungen Elterngeld und Elterngeld Plus auf die eigene Steuerlast haben.

Was ist Elterngeld Plus überhaupt?

Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst einmal geklärt werden, was im Allgemeinen unter Elterngeld zu verstehen ist. Dabei handelt es sich um einen Ausgleich für das wegfallende Gehalt eines Elternteils, der sich um die Erziehung des Kindes kümmert. Väter oder Mütter können diese Lohnersatzleistung bis zu 14 Monate lang beziehen. Wie dieser Zeitraum auf die Partner aufgeteilt wird, spielt dabei keine Rolle. Zu beachten ist jedoch, dass ein Elternteil mindestens zwei, maximal aber 12 Monate in Elternzeit gehen kann. Ist jemand alleinerziehend, dann steht demjenigen eine Elternzeit von 14 Monaten zu.

Was ist nun aber das Neue an Elterngeld Plus? Diese finanzielle Unterstützung richtet sich vor allem an Menschen, die während der Elternzeit wieder für ein paar Stunden pro Woche in den Job einsteigen möchten. Elterngeld Plus wird dann sogar über einen doppelt so langen Zeitraum gewährt, wird allerdings nur maximal zur halben Höhe ausgezahlt.

Übrigens: Wenn die Eltern gleichzeitig für vier Monate jeweils 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten, gibt es einen zusätzlichen Bonus in Form von vier weiteren Elterngeld-Plus-Monaten pro Elternteil.

Wer Elterngeld Plus bezieht, muss mit Steuernachzahlung rechnen

Zunächst einmal ist es eine gute Sache, dass dank Elterngeld Mütter und Väter mehr Zeit haben, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Zwar ist Elterngeld an sich steuerfrei, allerdings erhöht es auch die Steuerlast, da es dem sogenannten Progressionsvorbehalt unterliegt. Das heißt, dass das Elterngeld auf alle anderen Einkünfte der Familie angerechnet wird und dadurch der Steuersatz steigt. Daher ist es ratsam, dass Familien bereits während der Zeit, in der Elterngeld bezogen wird, Geld beiseite gelegt wird, um nicht von einer möglichen Steuernachzahlung überrascht zu werden.

Übrigens: Wer Elterngeld bezieht, ist dazu verpflichtet, eine Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen.

Wissenswertes zum Thema Elterngeld Plus im Überblick

  • Elterngeld Plus ist eine Transferleistung und wird vom Staat gezahlt
  • Elterngeld Plus ist steuerfrei, unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt
  • Elterngeld kann 14 Monate lang bezogen werden, Elterngeld Plus sogar länger
  • Höhe des Elterngelds hängt vom Einkommen ab
  • mindestens 300 Euro, maximal 1.800 Euro werden gezahlt (jeweils die Hälfte bei Elterngeld Plus)
  • Steuerklasse beeinflusst Höhe des Elterngelds
  • Elterngeld Plus erhöht den eigenen Steuersatz
  • wer nebenbei arbeitet, reduziert die Höhe des Elterngelds
  • Elterngeld kann Unterhalt reduzieren

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