Nach dem Motto: „Einmal Steuererklärung, immer Steuererklärung?“

Wenn die Steuererklärung zur Pflicht wird

Ca. 50% aller Arbeitnehmer sind dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. In diesem Zusammenhang ist die Rede von einer Pflichtveranlagung.

Zur Abgabe verpflichtet sind Steuerzahler, wenn:

  • Finanzamt einen Lohnsteuerfreibetrag eingetragen hat (keine Abgabepflicht, wenn erzielter Arbeitslohn nicht 10.800€ pro Kalenderjahr übersteigt und keine zusätzlichen Einnahmen verzeichnet wurden)
  • Leistungen erhalten wurden, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen und mehr als 410€ betragen
  • bei getrennt lebenden Eheleuten der Ausbildungsfreibetrag, Behinderten- oder Hinterbliebenen-Pauschbetrag für Kinder nicht 50/50 aufgeteilt wird
  • mehrere Einkünfte von mehreren Arbeitgebern eingenommen wurden
  • Abfindung mit Fünftelungsmethode gezahlt wurde
  • abgeltungssteuerpflichtige Kapitalerträge, auf die keine Abgeltungsteuer gezahlt wurde, eingenommen wurden
  • Urlaubsvergütung aus Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft erhalten wurde
  • Eheleute IV-Faktor/IV-Faktor gewählt haben
  • Ehe des Arbeitnehmers während des Veranlagungszeitraums durch Tod oder Scheidung aufeglöst wurde
  • Mindestvorsorgepauschale höher ist als Vorsorgeaufwendungen
  • Nebeneinkünfte über 410€ liegen

Freiwillige Steuererklärung

Natürlich gibt es auch Steuerzahler, die freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgeben können. Viele scheuen sich allerdings davor, weil sie befürchten, dass ihnen eine Nachzahlung droht, der Aufwand viel zu groß ist oder sie denken, dass sie fortan jedes Jahr Auskunft über ihre Einnahmen und Ausgaben geben müssen.

Grundsätzlich können in der Steuererklärung Ausgaben wie Werbungskosten, haushaltsnahe Dienstleistungen, Sonderausgaben oder auch außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden.

Das zahlt sich in der Regel aus und es winkt eine Rückerstattung. Ohne Steuererklärung erfährt der Staat nämlich nicht, dass Ausgaben in diesen Bereichen angefallen sind.

Einmal Steuererklärung, immer Steuererklärung?

Nicht jedes Jahr ist für Freiwillige aus finanzieller Sicht eine Steuererklärung sinnvoll. Lukrativ wird es erst, wenn besonders hohe zustäzliche Ausgaben innerhalb eines Kalenderjahres angefallen sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Werbungskosten, haushaltsnahe Dienstleistungen oder sonst was war. In diesen Fällen lohnt sich die Abgabe der Steuererklärung allemal.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der Steuerzahler fortan dazu verpflichtet ist, jedes Jahr eine neue einzureichen. Somit können sich Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, immer wieder neu entscheiden, ob sie sich die Mühe machen wollen.

Solange sich an der steuerrechtlichen Situation nichts ändert und die Arbeitnehmer nicht unter die Bedingungen des § 46 Absatz 2 Nr. 1 bis 7 EStG fallen, besteht keine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.

Grundsätzlich immer eine Steuererklärung abgeben

Was viele nicht wissen, ist, dass sie bei Verzicht mehrere Pauschalen unter den Boden fallen lassen. Das wiederum heißt, dass keine Rückerstattung winkt, obwohl etliche Arbeitnehmer allein schon mit der Penderlerpauschale und anderen Posten eine Erstattung erwarten dürfen, auch wenn sie eher gering ausfällt. Bist du beispielsweise umgezogen, hattest du hohe Krankheitskosten oder warst du beruflich öfter unterwegs? Dann kann sich eine Steuererklärung lohnen.

Mit unserem Live-Steuerrechner siehst du jederzeit, ob sich die Abgabe für dich lohnt. Probier es doch einfach mal aus.

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