Das Ehrenamt in der Steuererklärung

Der Höhepunkt der Flüchtlingskrise scheint offenbar überwunden. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Ansturm vorbei ist. Nur weil die Zahlen gesunken sind, ist das Problem noch lange nicht gelöst. In diesem Zusammenhang lobten 2016 vor allem Politiker die Arbeit der Ehrenamtlichen, die sich für unsere Gesellschaft tatkräftig einbringen.

Freiwilligenarbeit ist wichtiger denn je. Offenbar scheint die Politik die Hürden des Alltags nicht alleine bewältigen zu können. Solidarität ist in Anbetracht der großen Krisen allgegenwärtig. Nach dem G20-Gipfel reinigen Hamburger die zerstörten Straßenzüge, Kleidung wird in den Ballungsräumen an Hilfebedürftige verteilt und hinter den Schreibtischen wird entgeltfrei organisiert und verwaltet.

Ca. 40 Prozent der Deutschen betätigen sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Dabei geht es einzig und allein um den guten Zweck. Eine Gegenleistung wird nicht erwartet. Unterstützung schenken, wenn sie bitternötig ist, ist der Ansporn für die Freiwilligen. Auch der Staat berücksichtigt das Engagement. Zeit also, das Ehrenamt unter dem Aspekt der Einkommensteuererklärung zu betrachten.

Ehrenamt in der Gesellschaft

Ob in Kirchenvereinen, Sportvereinen, der Feuerwehr, sozialen oder kulturellen Einrichtungen - es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu betätigen. Der Anreiz ist nicht Geld, sondern einfach die Sinnhaftigkeit dahinter. Ohne freiwillige Hilfe würde in unserer Gesellschaft wenig funktionieren. Auch die Politik sorgt dafür, dass das Ehrenamt nicht an Attraktivität verliert. Deswegen gibt es den Ehrenamtsfreibetrag, der auch als Ehrenamtspauschale bezeichnet wird. Ehrenamtliche können in ihrer Steuererklärung 720 Euro im Jahr als Aufwandsentschädigung erhalten. Bis zu diesem Betrag werden dann keine Sozialabgaben oder Steuern fällig.

Was viele nicht wissen, ist, dass Übungsleiter von einer Pauschale in Höhe von 2.400 Euro profitieren können. Das bezieht sich in erster Linie auf pädagogische Tätigkeiten.

Dazu gehören:

  • Chorleiter
  • Trainer
  • Ausbilder
  • Vortragsreferent

Hinweis: Die Übungsleiterpauschale kann nicht mit der Ehrenamtspauschale kombiniert werden, sofern nur ein Beschäftigungsverhältnis vorliegt.

Voraussetzungen

Ein Ehrenamt gilt als nebenberufliche Beschäftigung, wenn nicht mehr als 1 Drittel Zeit dafür verwendet wird, als der eigentliche Hauptberuf beansprucht. Beim Ehrenamtsfreibetrag gibt es keinerlei Vorgaben, die festlegen, welche Tätigkeiten begünstigt werden.

Entscheidend ist nur, dass die Arbeit im Rahmen eines Vereins oder Zweckbetriebs stattfindet. Das können beispielsweise Altenheime, Pflegeheime, Religionsgemeinschaften, Jugendherbergen und Co. sein. Tätigkeiten im wirtschaftlichen Bereich sind hingegen keine Ehrenämter. Gleiches gilt für aktive Sportler.

Grundsätzlich zählen zu den begünstigten Tätigkeiten:

  • Bürokraft in einer Geschäftsstelle
  • Hausmeister
  • Gerätewart
  • Reinigungskraft
  • Platzwart
  • Geschäftsführer
  • Jugendleiter
  • Referent

Zu den nicht begünstigten Tätigkeiten gehören:

  • Verkauf von Lebensmitteln bei Veranstaltungen
  • Verkauf von Sportartikeln
  • Organsisation von Veranstaltungen, für die Eintrittgeld genommen wird
  • Gewinnung von Geschäftspartnern
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Vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren

Anspruch auf den Ehrenamtsfreibetrag haben nur diejenigen, die im Dienst einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft aktiv sind. Das sind in erster Linie Volkshochschulen, Universitäten, Schulen und Fachhochschulen. Gemeinnützige Körperschaften sind Sportvereine und Sportverbände.

Das Ehrenamt muss zudem im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Rahmen stattfinden.

Gemeinnützige Förderungen sind:

  • Jugend- und Altenhilfe
  • Tierschutz
  • Denkmalschutz
  • Denkmalpflege
  • Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern

Mildtätige Förderungen sind:

  • Hilfeleistungen, die den geistigen, seelischen oder körperlichen Zustand einer Person oder dessen wirtschaftlichen Lage verbessern

Förderungswürdige kirchliche Aufgaben sind:

  • Religionsunterricht
  • Verwaltung des Kirchenvermögens
  • Predigtdienste

So werden zusätzlich Steuern gespart

  • Kombination von Ehrenamtsfreibetrag und Übungsleiterpauschale
  • Kombination von Minijob und Ehrenamtsfreibetrag
  • Ausgaben für das Ehrenamt steuerlich absetzen
  • wer auf Gehalt verzichtet, kann dieses als Spende im Rahmen der Sonderausgaben angeben
  • Einnahmen aus ehrenamtliche Tätigkeit als "sonstige Einkünfte" angeben und Freigrenze voll ausnutzen
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