Verliebt, verlobt, verheiratet - und dann kommt die Zusammenveranlagung

Verliebt, verlobt, verheiratet - davon hat vermutlich schon jeder mal gehört. Alles fängt mit einem Kribbeln im Bauch an und endet - wie sollte es anders sein - im Idealfall mit der Steuererklärung. Okay, zugegeben, der Sprung ist ziemlich groß, trifft aber im Großen und Ganzen zu.

Verheiratete profitieren nämlich von Steuervorteilen, die die Eheleute mittels einer Zusammenveranlagung in Anspruch nehmen können. Im Volksmund ist dieser Vorgang eher als Ehegattensplitting bekannt. Dabei müssen Eheleute nicht zwangsläufig eine Zusammenveranlagung einreichen. Weiterhin besteht nämlich die Möglichkeit, eine Einzelveranlagung beim Finanzamt abzugeben.

Für welche Form der Veranlagung man sich auch entscheidet, ist abhängig von der individuellen Lebenssituation. Warum sich eine Zusammenveranlagung aber in den meisten Fällen lohnt, ist Thema dieses Artikels.

Wissenswertes zur Zusammenveranlagung

Seit 2013 haben Verheiratete 2 Möglichkeiten, ihre Steuererklärungen beim Finanzamt einzureichen. Zum einen gibt es die Zusammenveranlagung, die öfter auch als Ehegattensplitting bezeichnet wird. Zum anderen bleibt ebenfalls die Möglichkeit bestehen, eine Einzelveranlagung durchzuführen.

Was versteht das deutsche Steuerrecht unter einer Zusammenveranlgung? Dabei geben Ehepaare eine gemeinsame Einkommensteuererklärung ab. Der Gesetzgeber behandelt beide dann wie eine einzelne Person. Das hat logischerweise auch zur Folge, dass die Eheleute nur einen Steuerbescheid erhalten. Eine mögliche Rückerstattung wird demnach auch nur auf ein Konto überwiesen und kann nicht gestückelt werden.

Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung

Nicht jeder Steuerzahler kann von einer Zusammenveranlagung profitieren. Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen:

  • Partner sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig
  • Eheleute dürfen nicht dauerhaft getrennt leben
  • Ehe ist rechtsgültig

Beim Ehegattensplitting betrachtet das Finanzamt die Eheleute erst separat, anschließend werden beide Einkommen addiert. Die Gesamteinnahmen werden dann wiederum halbiert und die Einkommensteuer wird nur für eine Hälfte angewandt. Das Ergebnis wird mit 2 multipliziert und schlussendlich ist das Resulat dann die zu entrichtende Steuerlast. Hinter dem Ehegattensplitting steht also eine komplizierte Rechnung.

Da sämtliche Einnahmen beider Partner berücksichtigt werden, erkennt das Finanzamt auch alle Ausgaben des Ehepaares an. Außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben und Co. können demzufolge in der Steuererklärung angegeben werden.

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Muss eine Zusammenveranlagung beantragt werden?

Stößt man fast überall auf Bürokratie, wenn es um Amtsangelegenheiten geht, ist es in Bezug auf eine Zusammenveranlagung erstaunlich unproblematisch. Das Ehegattensplittung muss nämlich nicht extra beantragt werden. Es muss bei der Einkommensteuererklärung einzig darauf geachtet werden, dass „Zusammenveranlagung" angekreuzt wird. Wer das Feld nicht einträgt, wird automatisch zusammenveranlagt.

Wann lohnt sich eine Zusammenveranlagung?

Vor allem für Eheleute, die unterschiedlich viel verdienen, lohnt sich eine Zusammenveranlagung. Dabei gilt: Je größer der Gehaltsunterschied, desto höher fällt der steuerliche Vorteil aus.

Eine Einzelveranlagung kommt dann in Frage, wenn einer der Partner selbstständig ist. Diese Variante lohnt sich auch dann, wenn jemand Lohnersatzleistungen erhält. Das sind zum Beispiel Arbeitslosengeld, Krankengeld und Elterngeld. Aufpassen sollten zudem diejenigen, die eine hohe Abfindung erhalten.

Hinweis: Es ist also anzuraten, immer den Einzelfall zu überprüfen, um möglichst wenig Steuern nachzahlen zu müssen oder gar von einer Rückzahlung profitieren zu können.

Eine Entscheidung fürs Leben?

Nein. Ehepaare können sich jedes Jahr aufs Neue entscheiden, welche Form der Veranlagung sie wählen. Wer das Finanzamt allerdings nicht darüber in Kenntnis setzt, welche Variante gewählt wird, muss davon ausgehen, dass es zu einer Zusammenveranlagung kommt.

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