Organisation und Aufgabe des Bundeszentralamtes für Steuern (BZSt)

Datenspeicherung ist in aller Munde. Stehen wichtige Wahlen an, meiden die meisten Politiker dieses heikle Thema. Inwieweit der Staat in die Privatssphäre des Menschen eingreifen darf, ist umstritten. Was soll damit bezweckt werden? Geht es wirklich ausschließlich um die Sicherheit der Bürger, wie es so oft heißt? Fragen über Fragen.

Vor allem dann, wenn es ums Geld geht, sind wir Deutschen doch recht komisch. In kaum einem anderen Land der Welt werden Themen wie Verdienst und Steuern so zaghaft angefasst. Woran liegt das nur? Sind wir etwa eine Neidgesellschaft? Wir als alteingesessene Sparfüchse sollten es doch ganz dicke auf dem Konto haben.

Rein theoretisch könnte das Bundeszentralamt für Steuern, kurz BZSt, darüber Auskunft geben. Die Behörde weiß nur zu gut, wie es um unsere Finanzen bestellt ist. Doch was sind eigentlich die Aufgaben und wie organisiert sich die Institution, die früher noch „Bundesamt für Finanzen" hieß? Wir liefern die Antworten.

Organisation

Seit 2006 lässt sich das ehemalige Bundesamt für Finanzen in 3 Bereiche aufteilen.

Dazu gehören:

  • Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik
  • Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen
  • Bundeszentralamt für Steuern

Das heute waltende BZSt ist dem Finanzministerium unterstellt. An der Spitze steht der Präsident, dem ein Leitungsstab, ein Gleichstellungsbeauftragter und ein behördlicher Datenschutzbeauftragter zugewiesen ist. Des Weiteren gibt es einen Vizepräsidenten sowie 6 zusätzliche Fachbereiche.

Die 6 Abteilungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Abteilung Querschnitt: kümmert sich um die Organisation des BZSt
  • Abteilung Steuern I: verwaltet die Umsatzsteuer
  • Abteilung Steuern II: Vergabe von Steuer-ID und Co.
  • Abteilung Steuern III: kümmert sich um Angelegenheiten des Doppelbesteuerungsabkommen
  • Abteilung Bundesbetriebsprüfung I: führt Betriebsprüfungen durch
  • Abteilung Bundesbetriebsprüfung II: kümmert sich um Unternehmen im Dienstleistungsbereich

Das Bundeszentralamt für Steuern hat Standorte in Bonn, Berlin, Saarlouis und Schwedt an der Oder.

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Hauptaufgaben

Das BZSt ist hauptsächlich für steuerliche Aufgaben mit nationalem und internationalem Hintergrund verantwortlich. Das betrifft in erster Linie die Verwaltung der Bundessteuern. Zudem kümmert sich das Amt noch um das Steuerabzugsverfahren.

Eine weitere wesentliche Kernaufgabe ist die Überprüfung von Großunternehmen. Im Fokus steht dabei die Prüfung von diversen Bilanzen. Hinzu kommen Tätigkeiten wie die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen sowie die Überwachung der Daten über Kapitalerträge.

Um den Hauptaufgaben Herr werden zu können, arbeitet das Bundeszentralamt für Steuern eng mit anderen Behörden wie dem Zollamt und sämtlichen Finanzämtern zusammen.

Weitere wichtige Aufgaben

Das BZSt speichert darüber hinaus sämtliche Daten zu jedem Deutschen ab. Diese müssen verwaltet und an jeweilige Behörden weitergeleitet werden. Jeder Mensch mit deutscher Staatsangehörigkeit bekommt vom Bundeszentralamt für Steuern seine eigene individuell auf Lebenszeit gültige Steuer-Identifikationsnummer zugewiesen.

Außerdem speichert das Amt Daten über die Kirchenzugehörigkeit. Hintergrund ist der, dass auf mögliche Kapitalerträge neben der Abgeltungsteuer auch Solidaritätszuschlag und eben Kirchensteuer fällig werden. Seit 2015 ermittelt das BZSt die Höhe der enstprechenden Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Die Steuer wird dann als Quellensteuer direkt einbezogen. Das bedeutet wiederum, dass sich der Steuerzahler nicht weiter damit befassen muss, da der Vorgang automatisiert stattfindet.

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