Bitcoin und die Steuererklärung

Wenn es etwas gibt, das noch präsenter in den Medien ist als das Iphone X oder die vermeintliche GroKo, dann ist es garantiert der Hype um die Kryptowährung Bitcoin. Innerhalb weniger Tage stieg zuletzt der Wert um stolze 1.800 Dollar. Der rasante Aufstieg scheint in absehbarer Zeit kein Ende zu nehmen.

Anfang des Jahres war die "Währung" noch 1.000 Prozent weniger wert. Die unfassbare Entwicklung lässt auch die Meinungen der Finanzmarktexperten stark auseinander driften. Manche sprechen von einer gewaltigen Blase, andere wiederum können diese Ansicht nicht ganz teilen, vor allem wenn man auf den bereits über Jahre hinweg stetig wachsenden Wertzuwachs der Kryptowährung blickt.

Der Bitcoin gehört seit geraumer Zeit zu den bekanntesten Digitalwährungen. Dieser wird nicht wie bei einer herkömmlichen Währung von den Zentralbanken und Regierungen kontrolliert. Umso interessanter ist es, herauszufinden, wie Besitzer ihren Bitcoin in der Steuererklärung deklarieren müssen. Ist das überhaupt notwendig und wenn ja, was muss dabei beachtet werden?

Das Finanzamt schaut nicht nur zu

Beim Bitcoin handelt es sich nicht um ein offizielles Zahlungsmittel. Niemand ist demnach dazu verpflichtet, die Kryptowährung zu akzeptieren. Ob sich jemand dazu bereit erklärt, ist folglich eher eine private Entscheidung.

Trotzdem schaut der Fiskus bei der Besteuerung von Eigentum natürlich nicht einfach so weg. Bitcoins werden aus steuerrechtlicher Sicht als immaterielle Wirtschaftsgüter angesehen und unterliegen dem Ertragsteuerrecht. Welche steuerrechtlichen Konsequenzen das Geschäft mit Bitcoins nach sich zieht, hängt davon ab, ob die Abwicklungen dem privaten oder dem betrieblichen Rahmen zugeordnet werden.

Besteuerung des Bitcoins

Nutzer des Bitcoins müssen in erster Linie wissen, wie sie steuerrechtlich mit einer Veräußerung umgehen müssen. Eine Veräußerung ist zum Beispiel der Verkauf der Kryptowährung gegen eine offizielle Währung über eine entsprechende Handelsplattform. Dazu zählt auch, wenn der Eigentümer Bitcoins dazu verwendet, um Waren oder Dienstleistungen zu erwerben.

Bei beiden Vorgängen handelt es sich automatisch um Veräußerungsgeschäfte, die im Volksmund auch als "Spekulationsgeschäfte" bezeichnet werden. Voraussetzung ist, dass Bitcoins bereits vorab erworben wurden. Besonders interessant ist es, wenn der Eigentümer länger als 1 Jahr über die Kryptowährung verfügen konnte.

Handelt es sich beim Bitcoin um ein Spekulationsobjekt, dann sind sämtliche Gewinne aus Veräußerungen nach einer Haltefrist von 1 Jahr steuerfrei. Das Problem ist, dass nicht alle Bitcoins auf "normalem" Wege angeschafft wurden (zum Beispiel Kauf an einer Börse). Deshalb ist es in der Regel nicht einfach zu beurteilen, ob es sich um Spekulationsobjekte handelt, wenn Bitcoins veräußert werden.

Keine Steuertipps mehr verpassen

Besteuerung bei Privatpersonen

Normalerweise zahlen Bürger auf Kapitalerträge Steuern. Diese werden in Form der Abgeltungsteuer abgeführt. Sie beträgt pauschal 25 Prozent und wird beispielsweise bei Erträgen aus Zinsen, Dividenden, Aktien-Veräußerungen und Co. fällig. Allerdings findet diese Erhebungsform bei Bitcoins keine Anwendung. Als Steuersatz wird hierbei auf den individuellen Einkommersteuersatz zurückgegriffen.

Werden innerhalb eines Kalenderjahres mehrere Geschäfte abgewickelt, liegt gegebenenfalls eine gewerbliche Tätigkeit vor, bei der dann die Jahreshaltefrist von 12 Monaten nicht mehr greift.

Besteuerung für Unternehmen

Können Privatanleger mit der Mindesthaltedauer noch von Steuerfreiheit profitieren, ist das für gewerblich tätige Personen und Unternehmen nicht möglich. Vielmehr führen Geschäfte mit Bitcoins, die zum Unternehmensvermögen gehören, meistens zu Einnahmen aus Gewerbebetrieb. Somit unterliegen die erzielten Gewinne der Einkommensteuer oder der Körperschaftsteuer sowie gegebenenfalls auch der Gewerbesteuer.

Hinweis: Streitigkeiten gibt es im Umgang mit der Umsatzsteuer im Zusammenhang mit Bitcoin-Geschäften. Es empfiehlt sich stets eine Prüfung der Aktivitäten eines Unternehmens, um die Art der Leistungserbringung und somit die Frage der Umsatzsteuerpflicht zu klären.

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