Was sind Berufsverbände?

Du hast die Ausbildung oder das Studium bereits abgeschlossen, bist hochmotiviert, um die festen Strukturen auf dem Arbeitsmarkt umzuwälzen und strotzt regelrecht vor Enthusiạsmus. Nach ein paar Jahren musst du dann feststellen, dass Bestehendes nicht allzu einfach verändert werden kann.

Damit Visionen in die Realität umgesetzt werden können, muss neuer Wind in Unternehmen gebracht werden. Aber nicht nur firmenintern kann es deswegen zu Disputen kommen, auch nach außen hin. Die Außenwirkung einer Berufssparte ist von großer Bedeutung und manchmal müssen Interessen in der Öffentlichkeit vertreten und gegebenenfalls um Anerkennung gekämpft werden.

Das klingt doch sehr nach Lobbyarbeit. Und so ist es gewissermaßen auch. Das Ziel ist es zum Beispiel, Arbeitsbedingungen innerhalb einer Branche zu verbessern. Und eben genau für solche Themen setzen sich Berufsverbände ein. Wie genau sie funktioneren, erfährst du jetzt.

Aufgaben eines Berufsverbandes

Innerhalb eines Berufsverbandes schließen sich natürliche oder juristische Personen zusammen, die sich für die Förderung der Mitglieder einer bestimmten Branche oder Berufsgruppe einsetzen. Dabei wird das Hauptziel verfolgt, die beruflichen Interessen der Mitglieder zu vertreten und im Idealfall durchzusetzen.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Tätigkeit eines Berufsverbandes um nichts Anderes als Lobbyarbeit. Dabei wird der Fokus auf die Verwirklichung der gebündelten Interessen gelegt. Somit sollen unter anderem Arbeitsbedingungen verbessert und Tarifverträge ausgehandelt werden.

Innerhalb eines Verbandes wird über bestimmte Sachverhalte diskutiert und gemeinsame Grundsätze werden formuliert. Des Weiteren profitieren Mitglieder nicht selten von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie speziellen Vergünstigungen.

Wie sich ein Berufsverband zusammensetzt

Es können jeweils nur Angehörige eines bestimmten Berufes Mitglied eines Verbandes werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Interessent noch in der Ausbildung befindet oder bereits mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt hat. Selten zwar, aber nicht komplett ausgeschlossen, ist, dass auch branchenfremde Personen als Mitglied aufgenommen werden. Üblich ist zudem, dass Arbeitgeber keinen Platz innerhalb eines Berufsverbandes für Arbeitnehmer finden.

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Beispiele für Berufsverbände

Folgende Interessensvertretungen agieren als Berufsverbände:

  • Gewerkschaften
  • Arbeitgebervereinigungen
  • Steuerberaterverband
  • Ärztekammern
  • Rechtsanwaltskammer
  • Beamtenbund
  • Verein Deutscher Ingenieure
  • Richterbund
  • Beamtenbund
  • Industrieklubs
  • Hochschulverband
  • Steuerberaterkammer
  • Architektenkammer
  • Handwerkskammer
  • Marburger Bund
  • Berufsgenossenschaften
  • ...

Was nicht zu den Berufsverbänden zählt

Politische Parteien gehören natürlich nicht in die Kategorie der Berufsverbände. Allerdings können Spenden und Mitgliedsbeiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben angegeben werden. Auch andere Vereine, wie zum Beispiel Sportvereine, fungieren nicht als Berufsverbände.

Weitere Organisationen, die nicht zu den Berufsverbänden zählen, sind:

  • Bund der Steuerzahler
  • Automobilklubs
  • Mietervereine
  • Rotary Club
  • Sportvereine
  • ...

Ausgaben für Berufsverände von der Steuer absetzen

Mitglieder eines Berufsverbandes können ihre Beiträge in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Sämtliche Ausgaben, die in diesem Zusammenhang anfallen, sind von der Steuer als Werbungskosten absetzbar.

Posten, die das Finanzamt anerkennt:

  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Pflichtbeiträge zu Berufsverbänden
  • Aufwendungen für Rechtsberatung
  • Aufwendungen für Prozessvertretung
  • Freiwillige Beiträge

Hinweis: Alle Ausgaben müssen im Zusammenhang mit der eigenen Tätigkeit stehen.

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