Berufsunfähigkeitsversicherung: Beiträge in der Steuererklärung

Die Bürger in Deutschland lieben es, gegen alles versichert zu sein. Von der Zahnzusatzversicherung über eine Risikolebensversicherung bis hin zur Unfallversicherung - wir sind Weltmeister, wenn es darum geht, möglichst in Ruhe und mit gutem Gewissen unser Dasein zu fristen.

Eine der wichtigsten Versicherungen, wenn nicht sogar die wichtigste Versicherung überhaupt, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Allerdings ist sie für einige Berufsgruppen eher zu vernachlässigen, für andere, wie zum Beispiel Handwerker, ist sie wiederum nicht wegzudenken.

Das Problem ist jedoch, dass die Beitragssätze je nach Versicherungsart und Höhe der Abdeckungssumme variieren. So kommt es, dass sich viele diese Form der Versicherung nicht leisten können. Einen Hoffnungsschimmer gibt es dennoch: Die Beiträge können steuerlich geltend gemacht werden.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor den finanziellen Konsequenzen einer Berufsunfähigkeit. Die Versicherung verhindert also Einkommenseinbußen. Darüber hinaus stellt die Berufsunfähigkeitsversicherung die Versorgung der Familie sicher. Die Police greift dann, wenn der Betroffene seiner eigentlichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann, da die für den Job vorausgesetzten Qualifikationen und Erfahrungen nicht mehr eingebracht werden können.

Prinizpiell umfasst eine Berufsunfähigkeitsversicherung folgende Bereiche:

  • Arbeitskraftabsicherung
  • Einkommensschutz
  • Existenzsicherung
  • Invaliditätsschutz
  • Risikovorsorge
  • Familienabsicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung - Beiträge sind steuerlich absetzbar

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind generell von der Steuer absetzbar. Allerdings gibt es je nach Versicherungsform Unterschiede in Bezug auf Höchstgrenzen. Sämtliche Aufwendungen werden vom Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt, die das zu versteuernde Einkommen reduzieren und somit auch die Steuerlast mindern. Davon können nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbstständige profitieren.

Worin liegen nun aber die Unterschiede in der Absetzbarkeit der Aufwendungen? Das hängt ganz davon ab, ob eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) oder eine BU als Zusatzversicherung (BUZ) abgeschlossen wurde.

  • SBU abziehbar bis zur Höchstgrenze: bis zu 1.900 Euro pro Kalenderjahr, für Selbstständige gilt Höchstbetrag von 2.800 Euro
  • Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ): Berufsunfähigkeitszusatzversicherung wird zusammen mit einer Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen; wenn Lebens- oder Rentenversicherung als Rürup-Rente abgeschlossen wird, gilt Höchstbetrag von 20.000 Euro für Alleinstehende (40.000 Euro Verheiratete)

Unterschiede zwischen Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit: liegt vor, wenn der Angestellte wegen einer physischen oder psychischen Erkrankung beziehungsweise infolge eines Unfalls den bisherigen Beruf für weniger als 50 Prozent über einen Zeitraum von mindestens 6 Monate nicht ausüben kann Erwerbsunfähigkeit: liegt vor, wenn der Angestellte wegen einer Krankheit oder eines Unfalls weniger als 3 Stunden pro Tag oder gar nicht mehr über einen Zeitraum von 6 Monaten arbeiten kann Arbeitsunfähigkeit: liegt vor, wenn ein Angestellter aus Krankheitsgründen vorübergehend seine berufliche Tätigkeit nicht ausüben kann; bei weniger als 6 Wochen Dauer zahlt der Arbeitgeber das Einkommen, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld

Der Schutz deiner Daten liegt uns am Herzen - wenn du weiterhin unsere Website verwendest, stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu.