Arbeitszimmer bei 2 Einkunftsarten richtig von der Steuer absetzen

Die Berufswelt unterliegt einem ständigen Wandel. Dank Technologisierung und Globalisierung entstehen immer wieder neue Berufsfelder, von denen wir vor ein paar Jahren noch nicht einmal geträumt hätten. Leider bedeutet das auch, dass viele Jobs nach und nach wegfallen, da sie von Computern und Robotern übernommen werden.

Den klassischen Arbeitstag, bei dem man von 09:00 bis 17:00 Uhr schuftet, gibt es zwar noch, aber es wird weniger. Das liegt vor allem daran, dass mehr Arbeitskräfte flexibel sein möchten und mitunter mehrere Jobs gleichzeitig ausüben. Die Gründe dafür können sehr verschieden sein.

Nicht selten wird dann auch in den eigenen 4 Wänden im häuslichen Arbeitszimmer gearbeitet. Berufstätige, die dieses für mehrere Tätigkeiten nutzen und gleichzeitig mehrere Einkommen verzeichnen, müssen im Rahmen der Einkommensteuererklärung einiges beachten. Was das ist, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist ein Arbeitszimmer?

Als Arbeitszimmer wird ein Raum bezeichnet, der ausschließlich für den Job genutzt wird. Privat darf dieser laut Gesetzgeber nicht genutzt werden. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass es sich beim Arbeitszimmer nicht um ein Durchgangszimmer handeln darf. Ein Arbeitszimmer kann also auch für Ausbildungszwecke verwendet werden. Das kommt vor allem für Berufstätige in Frage, die nebenbei noch ein Studium absolvieren.

Aufwendungen fürs Arbeitszimmer sind zum Teil als Sonderausgaben und zum Teil als Werbungskosten steuerlich absetzbar.

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Diese Posten können angesetzt werden

Zunächst müssen die anteiligen Kosten ermittelt werden. Außerdem muss anteilig die Nutzfläche des Arbeitszimmer ins Verhältnis zur Wohnung gesetzt werden. Beträgt die Nutzfläche des Zimmer 20 % der Gesamtwohnfläche, dann können auch nur Betriebsausgaben zu einem Fünftel angegeben werden.

Zu diesen Kosten gehören unter anderem:

  • Reinigungskosten
  • Energie- und Wasserkosten
  • Beiträge zur Gebäudeversicherung
  • Mietkosten
  • Schuldzinsen für Kredite
  • Reparaturkosten
  • Grundsteuer-Gebühren
  • Müllabfuhr
  • Schornsteinfeger
  • Renovierungskosten
  • ...

Aufwendungen für Ausstattung des Arbeitszimmers:

  • Lampen
  • Teppiche
  • Tapeten
  • Gardinen
  • Möbel
  • ...

Anleitung zum Absetzen des Arbeitszimmers

Je nach Einkunftsart müssen die Abzugsmöglichkeiten der Ausgaben für das Arbeitszimmer gesondert betrachtet werden.

So sollte man vorgehen:

  • es muss sich gefragt werden, ob das Arbeitszimmer Mittelpunkt der jeweiligen Beschäftigung ist oder ob es auch einen anderen Arbeitsplatz gibt
  • zeitlicher Anteil, der im entsprechenden Arbeitszimmer verbracht wird, muss ermittelt werden
  • Kosten fürs Arbeitszimmer werden anschließend anteilig berechnet

Problem: Der Höchstbetrag liegt derzeit bei 1.250 Euro. Dieser lässt sich nicht bei verschiedenen Einkunftsarten aufteilen. Wird also das Arbeitszimmer beispielsweise neben der nichtselbstständigen Tätigkeit auch für eine selbstständige Tätigkeit genutzt, kann der entsprechende Anteil der Arbeitszimmerkosten bis zu 1.250 Euro nicht aufgeteilt als Betriebsausgabe abgesetzt werden.

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