Anzeigepflicht: Was muss ich dem Finanzamt melden?

Es gibt Situationen im Leben, in denen man sich zunächst einmal endlos freut, im nächsten Moment allerdings nicht so genau weiß, ob man die Freude teilen soll oder eben nicht. Das betrifft vor allem Schenkungen oder Gewinne.

Wer zum Beispiel im Lotto gewinnt und eine Menge Geld abgesahnt hat, fragt sich kurze Zeit später, ob man davon überhaupt berichten soll. Ob sich Freunde genauso freuen wie ich mich? Will das Finanzamt davon vielleicht etwas wissen?

Und wie sieht es mit Schenkungen und Erbschaften aus? Muss ich darüber Auskunft geben? Die Fragen können nicht immer mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden, es kommt vielmehr auf den Umstand an. Welche Anzeigepflichten es gegenüber dem Finanzamt gibt, erfährst du jetzt.

Unverhofft kommt oft

Nicht jeder hat vermögende Verwandte oder reiche Freunde. Doch das Leben schreibt die verrücktesten Geschichten. Wer unerwartet viel erbt, muss unter Umständen das Finanzamt darüber in Kenntnis setzen, denn mitunter werden Steuern fällig. Es spielt übrigens keine Rolle, ob die Erbschaft bereits zu Lebzeiten überreicht wurde. Über die Höhe der zu entrichtenden Steuer bestimmt bei Erbschaft und Schenkung übrigens das selbe Gesetz.

Doch ab wann greift die sogenannte Erbschaftsteuer bzw. die Schenkungsteuer?

Erbschafts- und Schenkungsteuer

Bei der Erbschaftsteuer handelt es sich um eine Erbanfallsteuer. Das ist eine Steuer, die erhoben wird, sofern jemand etwas vererbt. Die Steuer wird fällig, sobald der Erbe den Nachlass erhält.

Erben müssen das Finanzamt innerhalb von drei Monaten über den Erhalt des Nachlasses informieren. Wird eine Schenkung übergeben, müssen Schenker und Beschenkte den Fiskus darüber in Kenntnis setzen.

Daten, die übermittelt werden müssen:

  • Name, Beruf und Adresse des Erblassers und des Erben
  • Zeitpunkt der Schenkung bzw. Todestag und Sterbeort
  • Wert des Erbes bzw. Schenkung
  • Rechtsgrund des Erwerbs
  • das Verhältnis der Parteien zueinander
  • Informationen über eventuell bereits früher erhaltene Zuwendungen

Verwandtschaftsverhältnis entscheidet

Ob überhaupt Steuern auf das Erbe fällig werden, überprüft das Finanzamt. In der Regel wird keine Zahlung verhängt, da die Freibeträge für Verwandte sehr hoch sind:

Freibeträge:

  • für Ehepartner 500.000 Euro
  • für Kinder 400.000 Euro
  • für Enkelkinder 200.000 Euro

Übrigens: Die Freibeträge gelten auch für Schenkungen. Sie können können alle zehn Jahre erneut steuerfrei in Anspruch genommen werden.

Erbschaftsteuererklärung

Wird ein geltender Freibetrag überschritten, muss auch die Erbschaftsteuer entrichtet werden. In diesem Fall muss mittels einer Erbschaftsteuererklärung Auskunft über die zum Nachlass gehörenden Gegenstände und Vermögenswerte gegeben werden.

Wird die Anzeigepflicht missachtet, erfährt das Finanzamt trotzdem vom Erbe. Standesämter sind nämlich dazu verpflichtet, Todesfälle mitzuteilen. Anschließend melden Notare oder Gerichte zusätzlich relevante Beurkundungen, die eventuell von Bedeutung sein könnten. Zu guter Letzt wird der Fiskus auch von Banken und Co. über das Ableben einer Person informiert.

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