Arbeitslosigkeit: Muss ich ALG I in der Steuererklärung angeben?

Gut, dass es den Staat gibt, der uns zumindest ein wenig unter die Arme greift, sollte es einmal hart auf hart kommen. In solch schwierigen Zeiten profitieren wir nämlich von Arbeitslosengeld, auch ALG 1 genannt. Dass das nicht gerade viel ist, ist jedem bekannt, doch es ist immerhin etwas. Es gibt in diesem Zusammenhang allerdings auch einiges zu beachten. Vor allem dann, wenn es um die Steuererklärung geht, wird es interessant. Inwiefern, das erfährst du jetzt.

Steuerfreies Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld I ist steuerfrei und zählt zu den Sozialleistungen. Trotzdem muss es in der Steuererklärung angegeben werden, obwohl auf die Leistung selbst keine Abgaben fällig werden. Auch diejenigen, die das gesamte Jahr über nicht berufstätig waren, kommen um eine Einkommensteuererklärung nicht herum. Zumindest dann nicht, wenn mehr als 410 Euro pro Kalenderjahr in Anspruch genommen wurden.

Diese Gelder zählen zu den Lohnersatzleistungen:

  • ALG I
  • Krankengeld
  • Kurzarbeitergeld
  • Elterngeld
  • Insolvenzgeld

Hier wirst du fündig

Die Höhe der empfangenen Leistungen kannst du einfach dem jeweiligen Sozialleistungsträger entnehmen. Bei ALG I ist das dann die Bescheinigung der Agentur für Arbeit.

ALG I unterliegt laut deutschem Steuerrecht dem Progressionsvorbehalt. Progressionsvorbehalt bedeutet, dass Einnahmen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld zur Ermittlung des Steuersatzes herangezogen werden, ohne selbst versteuert zu werden. Unter Umständen gibt es sogar negative Progressionsvorbehalte, die die Steuerlast verringern können.

Sozialleistungen, Beihilfen und Ausgleichzahlungen

Bestimmte Sozialleistungen, Beihilfen und Ausgleichzahlungen werden vom Finanzamt zu den regulären Einkünften addiert. Diese Einnahmen stellen dann die Berechnungsgrundlage der Steuerschuld dar. Aufgrund des Progressionsvorbehalts fallen höhere Steuern an, da die Gesamteinnahmen in den nächsten Stufentarif fallen.

Mit dieser Berechnungsgrundlage ermittelt das zuständige Finanzamt nun den persönlichen Steuersatz. Erhältst du steuerfreie Sozialleistungen, dann müssen meistens auch mehr Steuern gezahlt werden, allerdings nicht auf die steuerfreien Leistungen selbst.

Absetzbare Kosten während der Arbeitslosigkeit

Während der Arbeitslosigkeit entstehen oft Ausgaben für Bewerbungen und eventuell Weiterbildungen. Diese kannst du in die Steuererklärung eintragen und steuerlich geltend machen. Das geschieht im Rahmen der Werbungskosten.

Absetzbare Posten sind beispielsweise:

Materialien für eine Bewerbung:

  • Klarsichthüllen
  • Druckerpatronen
  • Klebeutensilien
  • Briefumschläge
  • Bewerbungsmappen
  • Schreibpapier
  • Kopien
  • Schreibutensilien
  • Briefmarken

Kosten für Eigenmarketing:

  • Bewerbungsfotos
  • Inserate
  • Website
  • anteilige Telefonkosten
  • ebenso anteilige Internetkosten
  • Design für den Lebenslauf
  • Bewerbungsvideo
  • Online-Anzeigen

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