Arbeitslosigkeit: Muss ich ALG I in der Steuererklärung angeben?

Es gibt immer mal wieder Situationen im Leben, in denen es nicht ganz so nach Plan läuft. Als Kind ist man hingefallen, hat sich das Knie aufgeschürft, ein paar Kullertränen verdrückt und nach kurzer Zeit war der Spuk auch schon wieder vorbei. Das Trost-Eis im Anschluss hat bei all der Tapferkeit gleich doppelt so gut geschmeckt.

Auch im Erwachsenenalter fällt man ab und zu mal auf die Nase. Doch leider fällt das Aufstehen dann nicht mehr ganz so leicht. Das liegt vor allem daran, dass so vieles an unserem Job hängt. Verlieren wir diesen, kann das im Extremfall den finanziellen Ruin bedeuten.

Gut, dass es den Staat gibt, der uns zumindest ein wenig unter die Arme greift, sollte es einmal hart auf hart kommen. In solch schwierigen Zeiten profitieren wir nämlich von Arbeitslosengeld, auch ALG 1 genannt. Dass das nicht gerade viel ist, ist jedem bekannt, doch es ist immerhin etwas. Es gibt in diesem Zusammenhang allerdings auch einiges zu beachten. Vor allem dann, wenn es um die Steuererklärung geht, wird es interessant. Inwiefern, das erfährst du jetzt.

Steuerfreies Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld I ist steuerfrei und zählt zu den Sozialleistungen. Trotzdem muss es in der Steuererklärung angegeben werden, obwohl auf die Leistung selbst keine Abgaben fällig werden. Auch diejenigen, die das gesamte Jahr über nicht berufstätig waren, kommen um eine Einkommensteuererklärung nicht drum herum. Zumindest dann nicht, wenn mehr als 410 Euro pro Kalenderjahr in Anspruch genommen wurden.

Diese Gelder zählen übrigens zu den Lohnersatzleistungen:

  • ALG I
  • Krankengeld
  • Kurzarbeitergeld
  • Elterngeld
  • Insolvenzgeld
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Hier wirst du fündig

Die Höhe der empfangenen Leistungen kannst du einfach dem jeweiligen Sozialleistungsträger entnehmen. Bei ALG I ist das dann die Bescheinigung der Agentur für Arbeit.

ALG I unterliegt laut deutschem Steuerrecht dem Progressionsvorbehalt. Progressionsvorbehalt bedeutet, dass Einnahmen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld zur Ermittlung des Steuersatzes herangezogen werden, ohne selbst versteuert zu werden. Unter Umständen gibt es sogar negative Progressionsvorbehalte, die die Steuerlast verringern können.

Bestimmte Sozialleistungen, Beihilfen und Ausgleichzahlungen werden vom Finanzamt zu den regulären Einkünften addiert. Diese Einnahmen stellen dann die Berechnungsgrundlage der Steuerschuld dar. Aufgrund des Progressionsvorbehalts fallen höhere Steuern an, da die Gesamteinnahmen in den nächsten Stufentarif fallen.

Mit dieser Berechnungsgrundlage ermittelt das zuständige Finanzamt nun den persönlichen Steuersatz. Erhältst du steuerfreie Sozialleistungen, dann müssen meistens auch mehr Steuern gezahlt werden, allerdings nicht auf die steuerfreien Leistungen selbst.

Absetzbare Kosten während der Arbeitslosigkeit

Während der Arbeitslosigkeit entstehen oft Ausgaben für Bewerbungen und eventuell Weiterbildungen. Diese kannst du in die Steuererklärung eintragen und steuerlich geltend machen. Das geschieht im Rahmen der Werbungskosten.

Absetzbare Posten sind beispielsweise:

Materialien für eine Bewerbung

  • Klarsichthüllen
  • Druckerpatronen
  • Klebeutensilien
  • Briefumschläge
  • Bewerbungsmappen
  • Schreibpapier
  • Kopien
  • Schreibutensilien
  • Briefmarken

Kosten für Eigenmarketing

  • Bewerbungsfotos
  • Inserate
  • Website
  • anteilige Telefonkosten
  • ebenso anteilige Internetkosten
  • Design für den Lebenslauf
  • Bewerbungsvideo
  • Online-Anzeigen

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